Ein Freund kaufte 2024 einen Samsung-Fernseher für 1.100 Euro, weil das Bild im Geschäft am besten aussah. Zu Hause schloss er seine PlayStation 5 an, startete ein Spiel und wunderte sich über ruckelnde Bilder. Sein Fernseher hatte vier HDMI-Anschlüsse, aber nur einer davon unterstützte HDMI 2.1 mit 4K bei 120 Hertz. Alle anderen lieferten maximal 60 Hertz. Im Datenblatt stand das zwar, aber wer liest schon Fußnoten bei HDMI-Spezifikationen?

Bildqualität steht diesmal nicht im Vordergrund. Ein Fernseher besteht aus mehr als dem Display. Betriebssystem, Anschlüsse, Sound, Gaming-Fähigkeiten und Energieverbrauch beeinflussen den Alltag oft stärker als der Unterschied zwischen OLED und Mini-LED. Dieser Teil erklärt, worauf es bei der Ausstattung ankommt.

Anschlüsse: HDMI, eARC und das Kleingedruckte

HDMI ist die zentrale Schnittstelle. Fast alle externen Geräte werden per HDMI angeschlossen: Spielkonsolen, Streaming-Sticks, Blu-ray-Player, Soundbars, AV-Receiver. Entscheidend ist nicht, wie viele HDMI-Anschlüsse ein Fernseher hat, sondern welche Version.

HDMI 2.1: Der aktuelle Standard

HDMI 2.1 liefert eine Bandbreite von 48 Gbit/s und ermöglicht 4K bei 120 Hertz, was vor allem für Gaming mit PlayStation 5, Xbox Series X oder einem PC relevant ist. Für normales Fernsehen und Streaming reicht HDMI 2.0 (18 Gbit/s, 4K bei 60 Hertz) völlig aus.

Aufpassen: Nicht alle HDMI-Anschlüsse eines Fernsehers sind gleichwertig. Viele Geräte haben vier HDMI-Buchsen, aber nur zwei davon unterstützen HDMI 2.1 mit voller Bandbreite. Premium-Modelle wie der LG C5 oder Samsung S95F bieten vier vollwertige HDMI-2.1-Ports. Bei günstigeren Geräten sind es oft nur ein oder zwei. Vor dem Kauf sollte man das im Datenblatt prüfen, besonders wenn mehrere Konsolen oder ein PC angeschlossen werden sollen.

Beim Kabelkauf lauern Fallen. Billige HDMI-Kabel vom Wühltisch unterstützen oft nur HDMI 2.0, obwohl die Verpackung „4K“ verspricht. Für HDMI 2.1 braucht man ein zertifiziertes „Ultra High Speed“-Kabel mit dem offiziellen Hologramm-Aufkleber der HDMI Licensing Authority. Preislich gibt es keinen Grund für teure Markenkabel: Zertifizierte Exemplare kosten ab fünf Euro bei Amazon oder in jedem Elektronikmarkt, und ein Kabel für 30 Euro überträgt keinen einzigen Pixel mehr als eines für sieben Euro, solange beide das Zertifikat tragen.

Was ist mit HDMI 2.2?

Anfang 2025 wurde der HDMI-2.2-Standard angekündigt und im Juni 2025 offiziell finalisiert [1]. Er verdoppelt die Bandbreite auf 96 Gbit/s und unterstützt theoretisch 4K bei 480 Hertz oder 8K bei 240 Hertz. Neue „Ultra96“-Kabel sind nötig, um die volle Leistung zu nutzen. Für den Fernseherkauf 2026 ist HDMI 2.2 irrelevant: Erste Geräte mit dem neuen Standard werden frühestens Ende 2026 erwartet, wahrscheinlich erst 2027. Physisch bleibt der Stecker gleich, aber die alten Kabel sind nicht schnell genug.

eARC: Audio-Rückkanal für Soundbars

eARC (Enhanced Audio Return Channel) ist ein Feature von HDMI 2.1, das unkomprimiertes Mehrkanal-Audio vom Fernseher zur Soundbar oder zum AV-Receiver überträgt. Ohne eARC werden Formate wie Dolby Atmos oft nur in reduzierter Qualität weitergeleitet. Wer eine Soundbar plant, sollte darauf achten, dass der Fernseher eARC an mindestens einem HDMI-Port unterstützt. Bei fast allen Modellen ab 500 Euro ist das der Fall.

Weitere Anschlüsse

USB-Anschlüsse dienen zum Abspielen von Fotos und Videos von externen Speichern. Optische Audioausgänge (Toslink) sind bei vielen Geräten noch vorhanden, aber technisch veraltet, weil sie kein Dolby Atmos übertragen können. Ein Netzwerkanschluss (RJ45) bietet stabilere Verbindung als WLAN für Streaming. Ein CI+-Slot ermöglicht den Empfang von PayTV ohne externen Receiver.

Bluetooth spielt bei Fernsehern eine Nebenrolle, aber eine nützliche. Fast alle aktuellen Modelle unterstützen Bluetooth 5.0 oder höher für kabellose Kopfhörer, was abends beim Filmeschauen Gold wert ist, wenn der Rest der Familie schläft. Für Musik empfiehlt sich allerdings immer der Weg über eine Soundbar mit WLAN-Verbindung, weil Bluetooth-Audio durch Kompression merkbar an Qualität verliert. WLAN selbst ist bei allen Smart-TVs Standard, wobei Wi-Fi 6 bei 2025er- und 2026er-Modellen zunehmend verbreitet ist und spürbar stabileres Streaming liefert als Wi-Fi 5.

Gaming am Fernseher

Fernseher haben PC-Monitore als Gaming-Displays in vielen Bereichen eingeholt. Bei der Größe ohnehin. Ein 55-Zoll-OLED mit 4K bei 120 Hertz bietet ein Spielerlebnis, das kein 27-Zoll-Monitor reproduzieren kann, und die besten TVs erreichen inzwischen Input-Lag-Werte unter zehn Millisekunden, was vor fünf Jahren undenkbar war.

Welche Features zählen beim Gaming?

VRR (Variable Refresh Rate) synchronisiert die Bildwiederholrate des Fernsehers mit der Framerate der Konsole oder des PCs. Ohne VRR entstehen bei schwankenden Framerates sichtbares Tearing (Bildzerreißer) oder Stutter (Mikroruckler). Drei Standards existieren (AMD FreeSync, Nvidia G-Sync, HDMI-Forum-VRR), und fast alle aktuellen Fernseher ab der Mittelklasse unterstützen alle drei.

ALLM (Auto Low Latency Mode) schaltet den Fernseher automatisch in den Gaming-Modus, wenn eine Konsole erkannt wird. Dabei wird die Bildverarbeitung reduziert, was die Eingabeverzögerung (Input Lag) drastisch senkt, während der Wert ohne Gaming-Modus bei vielen Fernsehern zwischen 30 und 80 Millisekunden liegt. Mit aktivem Gaming-Modus fallen die besten Geräte auf unter zehn Millisekunden [3].

LG C5 und G5 unterstützen Dolby Vision Gaming, das HDR-Gaming mit dynamischen Metadaten ermöglicht. Samsung bietet dieses Feature nicht, weil Samsung generell kein Dolby Vision lizenziert. Dafür hat Samsung den Gaming Hub, der Xbox Cloud Gaming und GeForce Now als Cloud-Gaming-Dienste direkt im Fernseher integriert, ohne dass eine Konsole nötig wäre.

Cloud Gaming verdient eine eigene Erwähnung. Über den Samsung Gaming Hub oder entsprechende Apps bei LG und Sony lassen sich Spiele direkt aus der Cloud streamen, ganz ohne Konsole oder Gaming-PC. Voraussetzung ist eine stabile Internetverbindung mit mindestens 25 Mbit/s, idealerweise per LAN-Kabel statt WLAN. In der Praxis funktioniert das erstaunlich gut für Gelegenheitsspieler, aber für kompetitives Online-Gaming bleibt die lokale Konsole unverzichtbar, weil selbst bei guter Leitung 20 bis 40 Millisekunden Zusatzverzögerung hinzukommen.

HDR macht beim Gaming einen spürbaren Unterschied. Drei Formate sind im Markt: HDR10 als Mindeststandard, dazu HDR10+ (Samsung, Hisense, Panasonic) und Dolby Vision (LG, Sony, Hisense) mit dynamischen Metadaten, die Helligkeit und Kontrast für jede Szene einzeln optimieren. PlayStation 5 unterstützt aktuell nur HDR10, Xbox Series X zusätzlich Dolby Vision Gaming. Beim Spielen fällt der Unterschied zwischen den dynamischen Formaten gering aus, aber beim Film-Streaming hat Dolby Vision klar die Nase vorn, weil Netflix, Disney+ und Apple TV+ fast alle Premium-Inhalte in diesem Format ausliefern. Für normales Fernsehen kommt HLG (Hybrid Log-Gamma) hinzu, das von ARD, ZDF und den meisten europäischen Sendern für HDR-Ausstrahlungen verwendet wird und von allen aktuellen Fernsehern unterstützt wird.

Für die PlayStation 5 und Xbox Series X reichen 4K bei 120 Hertz, während 144 oder 165 Hertz erst mit einem angeschlossenen Gaming-PC relevant werden. In den meisten Spielen liefern die Konsolen ohnehin nur 60 Bilder pro Sekunde bei voller 4K-Auflösung, und 120 fps erreichen nur ausgewählte Titel, die dafür oft auf 1080p oder 1440p herunterskalieren.

Warum klingen Fernseher so schlecht?

In Fernsehern stecken zwei Arten von Lautsprechern: nach unten abstrahlende Speaker, die den Klang über den Standfuß oder die Tischplatte reflektieren, und nach vorne gerichtete Treiber, die direkt auf den Zuschauer zielen. Premium-Modelle nutzen zusätzlich das Display selbst als Schallquelle (LG: „OLED evo Acoustic“, Samsung: „Object Tracking Sound“). Dialoge werden dadurch klarer und besser ortbar. Für einen Filmabend ohne Soundbar reicht aber auch das nicht. Bei Wandmontage kommt erschwerend hinzu, dass nach unten strahlende Lautsprecher von der Wand reflektiert werden und der Klang dumpfer wirkt als auf einem Lowboard.

Moderne Fernseher werden immer dünner. Am LG G5 misst das Panel rund 25 Millimeter. Für Lautsprecher bleibt kaum Platz. Resultat: dünner, bassloser Klang, der für Nachrichten ausreicht, aber bei Filmen und Musik enttäuscht. Samsung hat beim S95F mit einem 70-Watt-Soundsystem in 4.2.2-Kanal-Konfiguration gegengesteuert, und der Klang ist tatsächlich besser als bei den meisten Konkurrenten. Trotzdem: An eine Soundbar reicht er nicht heran.

Eine Soundbar gehört aus meiner Sicht zur Grundausstattung eines neuen Fernsehers, wenn man Filme oder Musik in akzeptabler Qualität hören will. Brauchbare Soundbars mit Dolby-Atmos-Unterstützung gibt es ab rund 280 Euro [4] (JBL Bar 300). Die Sonos Beam Gen 2 liegt bei etwa 350 Euro. Premium-Systeme wie die Samsung HW-Q990D oder Sonos Arc Ultra starten ab 770 Euro und liefern echten Raumklang mit Subwoofer und Rear-Speakern.

Beim Soundbar-Kauf lohnt es sich, auf eARC am Fernseher zu achten und die Kombination von Soundbar und TV desselben Herstellers zu prüfen. Samsung-Soundbars und Samsung-TVs kommunizieren untereinander besonders gut (Q-Symphony). LG bietet mit WOW Orchestra ein ähnliches Feature für LG-Soundbars.

Bei den Audioformaten dominiert Dolby Atmos den Streaming-Markt. Netflix, Disney+ und Apple TV+ liefern zahlreiche Titel in Atmos, während DTS:X vor allem bei Blu-ray-Discs verbreitet ist. Beide Formate erzeugen dreidimensionalen Klang mit Höhenkanälen, vorausgesetzt die Soundbar oder der Receiver unterstützt sie. Beim Fernseherkauf spielt das Audioformat keine Rolle, weil alle aktuellen Smart-TVs beide Formate per eARC oder über die eingebauten Streaming-Apps durchschleifen können.

Neben Soundbars gibt es den klassischen AV-Receiver mit separaten Lautsprechern. Preislich beginnt ein brauchbares 5.1-Setup bei etwa 500 Euro für Receiver plus fünf Lautsprecher und einen Subwoofer, klanglich übertrifft ein solches System jede Soundbar deutlich. Allerdings braucht man Platz für die Aufstellung und Geduld bei der Einrichtung. Für ein dediziertes Heimkino-Zimmer ist ein AV-Receiver klar die bessere Wahl. Im Wohnzimmer mit ästhetischen Ansprüchen reicht eine gute Soundbar vollkommen aus.

Wie viel Strom verbraucht ein Fernseher?

Seit März 2021 gelten in der EU neue Energielabels für Fernseher, skaliert von A (sparsamste) bis G (höchster Verbrauch). Klasse A und B bleiben für aktuelle Fernseher in Standardgrößen unerreichbar, die besten Geräte schaffen Klasse C im SDR-Modus und Klasse D bei HDR. Seit März 2023 gelten verschärfte Effizienzanforderungen, die unter anderem 8K-Fernseher und MicroLED-Displays faktisch vom EU-Markt verbannt haben [2].

Beim Verbrauch kommt es auf Größe und Technologie an. Ein 55-Zoll-LED-Fernseher verbraucht rund 60 bis 80 kWh [5] pro Jahr bei durchschnittlicher Nutzung. Ein 65-Zoll-OLED liegt bei 90 bis 130 kWh. Bei einem Strompreis von 37 Cent pro Kilowattstunde (BDEW-Durchschnitt 2026) ergibt das jährliche Kosten zwischen 22 und 48 Euro. Zwischen den Technologien beträgt der Unterschied also 10 bis 25 Euro pro Jahr.

OLED-Fernseher verbrauchen tendenziell mehr Strom als einfache LED-LCDs, weil die organischen Pixel auch im Standby regelmäßig kalibriert werden, während Mini-LED-Fernseher mit tausenden Dimming-Zonen dazwischen liegen. Größere Bildschirme und höhere Helligkeit (HDR) treiben den Verbrauch weiter nach oben.

Viele Hersteller verbauen Umgebungslichtsensoren, die die Bildschirmhelligkeit automatisch an das Raumlicht anpassen. Samsung nennt die Funktion „Intelligenter Modus“, LG „AI Brightness Control“. Im abgedunkelten Wohnzimmer reduziert sich der Stromverbrauch dadurch um 20 bis 40 Prozent gegenüber der Werkseinstellung, die auf maximale Showroom-Helligkeit optimiert ist. Diesen Modus beim Erstkauf zu aktivieren spart über die Lebensdauer des Fernsehers deutlich mehr als die Differenz zwischen Energieklasse E und F.

Auch im Standby verbrauchen Fernseher Strom. Aktuelle Modelle liegen bei 0,3 bis 0,5 Watt, was sich über ein Jahr auf weniger als vier Kilowattstunden summiert. Seit 2023 schreibt die EU-Verordnung maximal 0,5 Watt im Standby vor, sodass Stromfresser im Ruhemodus bei aktuellen Geräten kein Thema mehr sind.

Für die meisten Käufer ist der Energieverbrauch kein entscheidendes Kaufkriterium, weil die absoluten Kosten überschaubar bleiben. Wer aber einen 85-Zoll-Fernseher mit hoher Helligkeit betreibt, sollte mit 200 bis 300 kWh pro Jahr rechnen. Das sind 75 bis 110 Euro Stromkosten.

Smart-TV-Funktionen im Alltag

Streaming-Apps sind auf jedem Smart-TV verfügbar. Netflix, Amazon Prime Video, Disney+, YouTube, DAZN, Apple TV+ und die Mediatheken von ARD und ZDF laufen auf allen großen Plattformen. Unterschiede gibt es bei weniger verbreiteten Apps und bei der Geschwindigkeit.

Zwischen den Betriebssystemen gibt es handfeste Unterschiede. Samsung setzt auf Tizen OS, das sich besonders gut in Samsung-Haushalte integriert (Galaxy-Smartphones, SmartThings-Geräte) und den exklusiven Gaming Hub mitbringt. LG nutzt webOS, das mit seiner Kartennavigation intuitiv bedienbar ist und als einzige Plattform AirPlay 2 und HomeKit nativ unterstützt. Google TV (bei Sony, TCL, Philips) punktet mit der größten App-Auswahl und enger Verknüpfung mit dem Google-Konto, nervt aber mit Werbung auf dem Startbildschirm. Hisenses VIDAA ist die schlankste Plattform, bietet aber auch die wenigsten Apps.

Werbung auf dem Startbildschirm nervt. Samsung und LG zeigen personalisierte Empfehlungen auf dem Homescreen, die in Wahrheit bezahlte Platzierungen sind, und Google TV geht mit Bannern und gesponserten Kacheln noch einen Schritt weiter, wobei sich die Werbung bei keinem Hersteller vollständig deaktivieren lässt. Echte Werbefreiheit bietet nur ein Apple TV als externe Box. Für die meisten Nutzer bleibt die Werbung ein Ärgernis, das sich verschmerzen lässt, solange die App-Performance stimmt, aber Samsung macht es mittlerweile schwer, der Werbung auch in den Menüs zu entkommen.

Braucht man noch einen Streaming-Stick?

Eingebaute Apps der großen Hersteller (Samsung, LG, Sony, TCL) sind 2026 schnell und vollständig genug [7], dass ein externer Streaming-Stick wie der Amazon Fire TV Stick oder Google TV Streamer für die meisten Nutzer überflüssig ist. Sinnvoll bleibt ein Stick für ältere Fernseher, deren Betriebssystem keine Updates mehr erhält, oder wenn ein bestimmtes App-Angebot fehlt.

Ein Szenario, in dem Streaming-Sticks weiterhin Sinn ergeben: Wer einen günstigen Fernseher kauft (unter 400 Euro) und die bestmögliche Smart-TV-Erfahrung will. Ein Apple TV 4K für 149 Euro oder ein Google TV Streamer für rund 100 Euro kann einem Einstiegsfernseher ein deutlich schnelleres und umfangreicheres App-Angebot verleihen als das eingebaute Betriebssystem.

KI-Features: Nützlich oder Marketing?

Alle großen Hersteller betonen ihre KI-Funktionen. Samsung nennt es „Vision AI“ [6] und bietet eine eigene KI-Taste auf der Fernbedienung, über die auch die Suchmaschine Perplexity erreichbar ist. LG setzt auf den Alpha-9-Gen-8-Prozessor mit KI-basierter Bild- und Tonoptimierung. Google TV bringt Gemini mit.

Im Alltag bleibt der Nutzen begrenzt. KI-Upscaling verbessert niedrig aufgelöstes Material messbar, und KI-Szenerkennung passt Bildmodi automatisch an (Sport, Film, Spiel). Alles andere (Sprachassistenten, generative KI im TV) ist nett, aber kein Kaufargument. Per Fernbedienung navigiert man in der Praxis schneller als über jede Sprachsteuerung.

Lohnt sich ein Blick auf die Fernbedienung?

Ein oft übersehener Faktor. Samsung liefert seit 2022 eine Solar-Fernbedienung mit, die sich über Raumlicht oder USB-C auflädt und keine Batterien mehr braucht. LG setzt auf die Magic Remote mit Mauszeiger-Steuerung, die besonders beim Navigieren durch App-Menüs und Webbrowser praktisch ist, während Sony klassische Fernbedienungen mit dedizierten Tasten für Netflix, Disney+ und YouTube liefert. Hisenses Fernbedienungen sind funktional, aber ohne besondere Extras. Eine schlechte Fernbedienung ruiniert das beste Bild, weil man sie jeden Tag in der Hand hält.

Wie lange bekommt ein Fernseher Updates?

Software-Updates sind ein unterschätztes Kaufkriterium. Samsung verspricht für 2025er-Modelle sieben Jahre Tizen-Updates, LG gibt fünf Jahre für webOS. Google TV erhält Updates über den Play Store unabhängig vom Fernseher-Hersteller, was langfristig ein Vorteil sein kann. Nach dem Ende der Update-Versorgung funktionieren die Streaming-Apps meist weiter, aber neue Sicherheitslücken bleiben dann ungepatcht und einzelne Apps stellen irgendwann den Support ein. Für eine Nutzungsdauer von zehn Jahren oder länger empfiehlt sich ein externer Streaming-Stick als Backup.

Datenschutz: Was sammeln Smart-TVs?

Smart-TVs sammeln Nutzungsdaten. Mehr als die meisten Besitzer vermuten. Samsung, LG und Sony erfassen standardmäßig, welche Apps geöffnet werden, wie lange bestimmte Sender laufen und welche Inhalte gestreamt werden. ACR (Automatic Content Recognition) erkennt sogar per Screenshot, was auf dem Bildschirm läuft, auch bei externen Quellen über HDMI-Eingänge, und in den Datenschutzeinstellungen lässt sich ACR bei allen Herstellern deaktivieren, obwohl die Option oft tief in den Menüs versteckt ist. ACR-Daten werden häufig an Drittanbieter und Werbepartner weitergegeben, die auf dieser Basis personalisierte Werbung direkt auf dem Startbildschirm des Fernsehers ausspielen.

Stiftung Warentest hat 2024 die Datensammelpraxis großer TV-Hersteller kritisiert [8]. Samsungs Tizen OS fiel durch besonders umfangreiche Erfassung auf. Für datenschutzbewusste Käufer empfiehlt sich ein Blick in die Datenschutzeinstellungen direkt nach dem Erstkauf, alternativ reduziert ein externer Streaming-Stick wie das Apple TV die Datenmenge, die an den TV-Hersteller fließt.

Zusammenfassung und Ausblick

Ausstattung entscheidet über den Alltagskomfort. HDMI 2.1 mit mindestens zwei vollwertigen Ports ist Pflicht für Gamer. eARC gehört zur Grundausstattung für Soundbar-Nutzer. Beim Betriebssystem sollte man zur eigenen Gerätewelt greifen: Samsung für Gaming-Hub-Fans, LG für Apple-Haushalte, Google TV für maximale App-Vielfalt.

Mein persönlicher Rat: Eine Soundbar einplanen, und zwar von Anfang an ins Budget. Energieverbrauch ist ein Faktor, aber kein Drama. Und wer unsicher ist, welches Betriebssystem passt, der liegt mit Google TV am wenigsten falsch, weil es die breiteste App-Auswahl bietet und nicht an einen Hardwarehersteller gebunden ist.

Im nächsten Teil wird es konkret: Empfehlungen nach Budget und Einsatzzweck. Welcher Fernseher passt zum Filmabend, welcher zum Gaming, welcher zum Fußball, und welcher ist der beste Allrounder?

Quellen

  1. 4K Filme: HDMI 2.2-Standard ist endlich final: Und so sehen die neuen Kabel aus (4kfilme.de)
  2. Verbraucherportal Bayern: EU-Energielabel für Fernsehgeräte (vis.bayern.de)
  3. RTINGS: Best Gaming TVs 2025/2026 – Input Lag and Response Time Tests (rtings.com)
  4. Stiftung Warentest: Soundbars im Test, Ausgabe 11/2025 (test.de)
  5. Verbraucherzentrale: Strom sparen beim Fernsehen – Verbrauchswerte aktueller TV-Geräte 2025 (verbraucherzentrale.de)
  6. heise online: Samsung Vision AI – Was können die KI-Funktionen am Fernseher? CES 2026 (heise.de)
  7. CHIP: Smart-TV-Plattformen im Vergleich – Tizen, webOS, Google TV, VIDAA, 2025 (chip.de)
  8. Stiftung Warentest: Fernseher im Test – Datensendeverhalten und Datenschutz, 2024 (test.de)