Samsung bewirbt einen Fernseher mit „2.000 PQI“ (Picture Quality Index). Klingt beeindruckend. Nur sagt die Zahl nichts aus, weil PQI ein hauseigener Wert ist, den Samsung nach eigener Formel berechnet und den kein anderer Hersteller verwendet. Ein Konkurrent nennt seinen Fernseher „120 Hz Motion Rate“. Tatsächlich hat das Panel 60 Hertz, die restlichen 60 werden durch Software-Interpolation simuliert. Echte Bildwiederholrate: 60 Hertz.

Solche Tricks ziehen sich durch den gesamten Fernsehmarkt. Dieser letzte Teil der Serie beleuchtet die häufigsten Fallen beim Fernseherkauf, warnt vor irreführenden Spezifikationen und versteckten Kosten. Anschließend folgt ein Blick in die Zukunft: Welche Technologien stehen vor der Marktreife, was ändert sich beim Kauf, und was bleibt?

Werbetricks und irreführende Spezifikationen

Warum sind 120 Hertz oft keine 120 Hertz?

Kaum ein Wert wird so häufig manipuliert wie die Bildwiederholrate. Echte 120 Hertz bedeuten, dass das Panel physisch 120 Bilder pro Sekunde darstellen kann. Viele günstige Fernseher haben aber nur ein 60-Hertz-Panel und nutzen Software-Tricks wie Backlight Scanning oder Frame Insertion, um eine höhere Zahl auf die Verpackung schreiben zu können.

Samsung nennt das „Motion Xcelerator“, LG spricht von „TruMotion“, TCL verwendet „Motion Clarity“. Hinter allen Bezeichnungen steckt dasselbe Prinzip: Zwischenbilder werden berechnet und eingefügt. Bei Sportübertragungen kann das die Bewegungsschärfe verbessern, bei Filmen erzeugt es aber den unbeliebten Soap-Opera-Effekt, bei dem alles zu glatt und zu künstlich wirkt. Abschalten lässt sich die Funktion bei allen Herstellern in den Bildeinstellungen.

Als Faustregel gilt: Wenn ein Fernseher unter 400 Euro mit „120 Hz“ beworben wird, ist fast immer ein 60-Hz-Panel verbaut. Echte 120-Hertz-Panels beginnen bei rund 400 Euro für 55 Zoll, etwa mit dem TCL T8C, der sogar native 144 Hertz bietet. In den Produktdaten auf Geizhals steht die tatsächliche Panel-Frequenz als „native Bildfrequenz“; die Marketing-Bezeichnung der Hersteller ist dagegen unzuverlässig.

Besonders heikel wird es bei Online-Shops, die nur die Marketing-Bezeichnung des Herstellers übernehmen. Auf Amazon steht bei manch einem Budget-Fernseher „120 Hz MEMC“, wobei MEMC für Motion Estimation, Motion Compensation steht und genau die Software-Interpolation beschreibt, die aus 60 Hertz optisch mehr machen soll. Zuverlässige Klarheit schaffen die Datenblätter auf Geizhals und die Testdatenbanken von rtings.com, wo die tatsächliche Panel-Frequenz separat aufgeführt ist.

HDR-Mogelpackungen: Wenn HDR nur auf dem Papier steht

Fast jeder aktuelle 4K-Fernseher trägt das HDR-Logo. Technisch bedeutet das nur, dass der Fernseher ein HDR-Signal empfangen und dekodieren kann, nicht mehr. Ob er das Bild tatsächlich in HDR-Qualität wiedergeben kann, steht auf einem anderen Blatt.

Sichtbares HDR verlangt mindestens 600 Nits Spitzenhelligkeit im HDR-Modus und einen weiten Farbraum von mindestens 90 Prozent DCI-P3, wie die UHD Alliance in ihrer Premium-Zertifizierung festlegt. Viele günstige Fernseher erreichen gerade 300 bis 400 Nits und decken nur einen eingeschränkten Farbraum ab. Sie verarbeiten HDR-Signale, können den Effekt aber kaum sichtbar machen. Technisch korrekt, aber irreführend.

Ein weiterer Trick: Hersteller listen „HDR10+“ oder „Dolby Vision“ als Feature, obwohl die Hardware weder die Helligkeit noch den Farbraum liefert, um die dynamischen Metadaten sinnvoll umzusetzen. Ein 350-Nits-Fernseher mit Dolby Vision profitiert kaum von den dynamischen Metadaten, weil die Hardware den nötigen Spielraum gar nicht abbilden kann. Mein Rat: Vor dem Kauf die gemessene Spitzenhelligkeit in Testberichten auf rtings.com oder HIFI.DE nachschlagen, statt dem HDR-Logo auf der Verpackung zu vertrauen.

Weitere Fallen im Datenblatt

Kontrastverhältnisse geben Hersteller gerne als „dynamischen Kontrast“ an. 10.000.000:1 klingt beeindruckend, ist aber ein berechneter Wert, der den Kontrast bei komplett schwarzem und komplett weißem Bild vergleicht, nicht den tatsächlichen Kontrast innerhalb eines einzelnen Bildes. Aussagekräftig ist allein der statische Kontrast (auch „nativer Kontrast“). OLED-Fernseher erreichen hier theoretisch unendliche Werte; LCD-Fernseher mit VA-Panel liegen bei 3.000:1 bis 6.000:1, IPS-Panels deutlich darunter.

Ähnlich verhält es sich mit der Farbtiefe. „10 Bit“ steht auf der Verpackung, tatsächlich steckt aber oft ein 8-Bit-Panel mit Frame Rate Control (FRC), das 10 Bit simuliert. Feiner als echte 8 Bit, aber nicht auf dem Niveau nativer 10-Bit-Panels. Unter 500 Euro sind echte 10-Bit-Panels die absolute Ausnahme.

Auch die beliebte Werbeaussage „1 Milliarde Farben“ klingt nach einem Alleinstellungsmerkmal, beschreibt aber schlicht die mathematische Farbtiefe von 10 Bit pro Kanal. Jeder Fernseher mit echtem oder simuliertem 10-Bit-Panel kann theoretisch so viele Farben darstellen. Entscheidender als die bloße Zahl ist, wie groß der tatsächlich abgedeckte Farbraum ausfällt und wie akkurat das Panel Farben wiedergibt.

Auch bei HDMI-Ports lohnt ein genauer Blick, denn ob HDMI 2.0 oder 2.1, ob mit oder ohne eARC, ob mit voller oder reduzierter Bandbreite, das variiert von Port zu Port und steht oft nur im Kleingedruckten der Spezifikationen. Manche Hersteller statten nur einen von vier Ports mit HDMI 2.1 aus, bewerben den Fernseher aber pauschal als „HDMI-2.1-kompatibel“. Testberichte, die einzelne Ports mit Messgeräten prüfen, helfen hier weiter.

Versteckte Kosten nach dem Kauf

Wandhalterung, Soundbar und Kabel

Mit dem Kaufpreis allein ist es nicht getan. Eine Wandhalterung kostet zwischen 20 und 100 Euro, je nach Größe und Qualität. Für LGs Gallery-TVs (G-Serie) wird eine spezielle Slim-Halterung benötigt, die offiziell bei rund 130 Euro liegt. Standard-Tischfüße liegen bei den meisten Herstellern im Lieferumfang, manche Premium-Modelle bieten aber nur einen zentralen Standfuß an, der für schmale Möbel zu breit sein kann.

Eine Soundbar ist fast Pflicht, wenn man mehr als Nachrichten schauen will. Selbst teure Fernseher klingen flach und bassarm, weil für ordentliche Lautsprecher in einem zentimeterdünnen Gehäuse schlicht kein Platz ist. Brauchbare Soundbars beginnen bei 200 Euro, Premium-Systeme mit Dolby Atmos, Subwoofer und Rear-Speakern kosten 800 Euro und mehr.

HDMI-Kabel sind ein unterschätzter Kostenfaktor. Für 4K bei 120 Hertz wird ein „Ultra High Speed HDMI“-Kabel benötigt. Ein gutes Kabel kostet acht bis 15 Euro. Statt teurer „Premium“-Kabel im Elektronikmarkt für 30 Euro und mehr reicht ein zertifiziertes Kabel von Amazon Basics oder KabelDirekt vollkommen aus. Beim digitalen Signal gilt: Es kommt an oder nicht. Bessere Kabel liefern kein besseres Bild.

Was kostet der Fernseher im Betrieb?

Über die Stromkosten spricht beim Kauf kaum jemand, obwohl sie über die Lebensdauer eines Fernsehers mehrere Hundert Euro ausmachen können. Ein 55-Zoll-LCD verbraucht im Schnitt 60 bis 100 Watt, ein gleich großer OLED liegt bei 100 bis 150 Watt, und wer einen 75-Zöller wählt, kann mit dem Doppelten rechnen, was über ein Jahrzehnt Nutzung eine spürbare Differenz in der Stromrechnung ergibt. Bei vier Stunden täglicher Nutzung und einem Strompreis von rund 37 Cent pro Kilowattstunde (BDEW-Durchschnitt 2026) ergeben sich für den 55-Zoll-LCD etwa 35 bis 55 Euro pro Jahr, für den OLED 55 bis 80 Euro.

Nach der Verschärfung der EU-Energielabel-Grenzwerte 2023 fallen die meisten aktuellen Fernseher in die Klassen E bis G. Ein OLED in Klasse G klingt schlecht, ist aber weniger dramatisch als es wirkt: Gegenüber einem LCD in Klasse E beträgt der Mehrverbrauch bei täglicher Nutzung etwa 20 bis 30 Euro im Jahr. Abschalten per Steckdosenleiste statt Standby spart zusätzlich einen einstelligen Betrag pro Jahr.

Werbung im Betriebssystem

Ein unangenehmer Trend, der sich 2025 und 2026 verstärkt hat: Werbung direkt auf dem Startbildschirm. Samsung zeigt Werbung für Samsung TV Plus und gesponserte Apps. LG blendet Empfehlungen ein, die teilweise bezahlt sind. Google TV bewirbt Inhalte prominent auf dem Homescreen, oft ohne klare Kennzeichnung als Werbung.

Hersteller begründen das mit Quersubventionierung: Werbeeinnahmen halten den Verkaufspreis niedrig. Mag sein. Ärgerlich ist es trotzdem bei einem Gerät, das 1.000 Euro oder mehr gekostet hat. Komplett deaktivieren lässt sich die Werbung bei keinem großen Hersteller, nur reduzieren. Samsung erlaubt in den Einstellungen das Abschalten personalisierter Werbung, aber nicht aller Einblendungen. Vor dem Kauf lohnt daher ein Blick in Testberichte und Nutzerforen, um herauszufinden, wie aggressiv das jeweilige Betriebssystem Werbung auf dem Startbildschirm einblendet und ob sich die aufdringlichsten Einblendungen in den Einstellungen reduzieren lassen.

Neben Werbung sammeln moderne Smart-TVs umfangreiche Nutzungsdaten. Automatic Content Recognition (ACR) erkennt, welche Sendungen und Filme auf dem Bildschirm laufen, und meldet die Daten an den Hersteller. Samsung, LG und Vizio nutzen ACR standardmäßig. Abschalten lässt es sich in den Datenschutzeinstellungen, die bei jedem Hersteller anders heißen und unterschiedlich tief im Menü vergraben sind. Kein Grund zur Panik, aber ein Detail, das beim Einrichten eines neuen Fernsehers Beachtung verdient.

Wie lange hält ein Smart-TV?

Wie lange ein Smart-TV Software-Updates erhält, bestimmt seine praktische Nutzungsdauer weit mehr als die Panel-Lebensdauer. LG garantiert im Rahmen des Re:New-Programms fünf Jahre OS-Updates für aktuelle webOS-Geräte. Samsung verspricht für 2025er-Modelle sieben Jahre Tizen-Updates und hat damit deutlich nachgelegt. Google TV auf Sony- und TCL-Geräten profitiert von der Android-Plattform, allerdings variiert die Update-Dauer je nach Hersteller erheblich: Sony liefert bis zu acht Jahre, TCL eher zwei bis drei.

Sobald ein Fernseher keine Updates mehr erhält, fallen irgendwann Streaming-Apps weg. Netflix hat in der Vergangenheit die Unterstützung für ältere Smart-TV-Versionen eingestellt, zuletzt Anfang 2026 für Geräte von vor 2015. Ein externer Streaming-Stick für 30 bis 50 Euro löst das Problem, ist aber ein Ärgernis, das bei der Kaufentscheidung bedacht werden sollte. Fünf bis sieben Jahre Nutzung schafft ein guter Fernseher mit dem eingebauten Smart-TV-System problemlos.

Was bringt die Zukunft?

Wann kommt MicroLED ins Wohnzimmer?

MicroLED kombiniert die Vorteile von OLED (selbstleuchtende Pixel, perfektes Schwarz) mit denen von LED (keine organischen Materialien, kein Burn-In-Risiko, extreme Helligkeit). Jeder Pixel besteht aus winzigen anorganischen LEDs in Rot, Grün und Blau. Theoretisch ist MicroLED die perfekte Display-Technologie.

Praktisch ist MicroLED extrem teuer und nur in Großformaten verfügbar. LG zeigt auf der CES 2026 den 136-Zoll-MAGNIT mit Active-Matrix-Technologie [1], Hisense hat einen 163-Zoll-MicroLED mit gelbem Subpixel (RGBY) vorgestellt. Preise liegen im fünfstelligen bis sechsstelligen Bereich. Hinzu kommt ein regulatorisches Problem: Weil MicroLED-Panels enorm viel Strom verbrauchen, überschreiten sie die Grenzwerte der EU-Ökodesign-Verordnung und dürfen in Europa nur mit Einschränkungen verkauft werden. Für normale Käufer bleibt MicroLED in den nächsten drei bis fünf Jahren irrelevant.

Lohnt sich RGB Mini-LED schon 2026?

RGB Mini-LED ist die Technologie-Neuheit des Jahres 2026 und kommt von allen fünf großen Herstellern gleichzeitig auf den Markt: Samsung („Micro RGB“), LG („Micro RGB evo“), Sony, Hisense und TCL bieten Modelle in 55 bis 130 Zoll an. Statt weißer LEDs hinter einem Quantum-Dot-Filter, wie bei herkömmlichem Mini-LED, sitzen hier rote, grüne und blaue LEDs direkt in der Hintergrundbeleuchtung.

Im Ergebnis deckt RGB Mini-LED bis zu 95 Prozent des BT.2020-Farbraums ab, erreicht Spitzenhelligkeiten von über 3.000 Nits und bietet eine feinere Dimming-Steuerung als bisherige LCD-Technologien. Trotzdem bleibt es eine LCD-Technologie: Echtes Pixel-Level-Dimming wie bei OLED gibt es nicht, und die Blickwinkelstabilität fällt schwächer aus. Ich sehe RGB Mini-LED als echte Brückentechnologie zwischen LCD und OLED, vor allem für Käufer, die maximale Helligkeit für helle Wohnzimmer brauchen und auf perfektes Schwarz verzichten können.

Preislich wird sich RGB Mini-LED voraussichtlich zwischen herkömmlichem Mini-LED und Premium-OLED einordnen. Hisense und TCL starten erfahrungsgemäß günstiger. Ob die Bildqualität im Alltag wirklich an OLED heranreicht, zeigen erst unabhängige Tests im Laufe des Jahres. Besonders spannend wird der Vergleich bei dunklen Szenen, wo Blooming und Halo-Effekte bisher die Achillesferse jeder LCD-Technologie waren. Mein Tipp: Abwarten, bis die ersten Vergleichstests vorliegen, statt beim Marktstart blind zuzuschlagen.

QD-EL (NanoLED): Gedruckte Quantenpunkte

QD-EL ist eine Technologie der nächsten Display-Generation, bei der Quantum Dots direkt Licht emittieren, ohne ein organisches OLED-Substrat und ohne konventionelle Hintergrundbeleuchtung zu benötigen. Samsung zeigte auf der CES 2025 erste Prototypen, Sharp bereits auf der CES 2024. TCL CSoT präsentierte auf der DisplayWeek Panels mit über 85 Prozent Rec.2020-Abdeckung [2]. Besonders vielversprechend ist die Fertigung per Inkjet-Druck, die langfristig die Produktionskosten unter OLED-Niveau drücken könnte.

Noch ist QD-EL nicht marktreif. Vor allem die Lebensdauer der blauen Quantum Dots bleibt eine Herausforderung: Sie erreichen bisher nur etwa 10.000 Stunden, während grüne Dots bereits auf 100.000 Stunden kommen. Trotzdem verdient QD-EL als potenzielle Nachfolgetechnologie für OLED Aufmerksamkeit. Erste Consumer-Produkte erwartet Nanosys frühestens 2029.

Transparente Fernseher: Nische oder Trend?

Seit April 2025 ist der LG Signature OLED T in Deutschland erhältlich: 77 Zoll, 4K, und im ausgeschalteten Zustand durchsichtig wie getöntes Glas [3]. Per Knopfdruck fährt eine Kontrastfolie hoch, die das Panel von transparent auf opak umschaltet. Ohne Folie ist kein echtes Schwarz möglich, mit Folie erreicht der OLED T Bildqualität nahe an einem regulären OLED. Kabellose Bildübertragung erfolgt über eine separate Zero Connect Box.

49.999 Euro in Deutschland, 59.999 Dollar in den USA. Ein reines Lifestyle-Produkt, kein Massengerät. Trotzdem zeigt es eine mögliche Zukunft: Fernseher, die im Raum verschwinden, wenn sie nicht gebraucht werden. In fünf bis zehn Jahren könnten transparente Displays deutlich günstiger und alltagstauglicher sein.

Sony-TCL: Wie verändert das Joint Venture den Markt?

Im Januar 2026 gab Sony bekannt, 51 Prozent seines TV-Geschäfts an TCL abzutreten [4]. Bravia als Marke bleibt erhalten. Sony behält 49 Prozent und bringt seine Expertise in Bildverarbeitung und Technologie ein, TCL als Mehrheitseigner übernimmt Fertigung, Vertrieb und operative Steuerung. Operativer Start: April 2027.

Sonys TV-Sparte stand seit Jahren unter Profitabilitätsdruck. Technisch erstklassige Geräte, aber zu teuer für den Massenmarkt: Sonys globaler Marktanteil lag bei nur rund vier Prozent nach Stückzahl. TCL bringt Fertigungskapazität und Preiseffizienz mit. Für Verbraucher könnte das mittelfristig günstigere Sony-Fernseher bedeuten, allerdings mit dem Risiko, dass die Qualitätskontrolle unter dem Kostendruck leidet.

Ich halte das Joint Venture für ein Zeichen der Zeit. Chinesische Hersteller übernehmen zunehmend die Fertigung im TV-Markt, während LG Display und Samsung Display Panels an Wettbewerber liefern, als wäre die Markenzugehörigkeit nebensächlich. Wer bald ein Sony-Gerät kauft, erhält Hardware aus TCL-Produktion mit Sonys Bildverarbeitung und Software. Ob das schlecht sein muss, wird sich zeigen.

HDMI 2.2 und die Kabelfrage

HDMI 2.2 wurde Anfang 2025 angekündigt und im Juni 2025 finalisiert [5]. Mit 96 Gbit/s Bandbreite verdoppelt der Standard den Durchsatz gegenüber HDMI 2.1. Per Display Stream Compression unterstützt er 4K bei 480 Hertz oder 16K bei 60 Hertz, auch wenn solche Auflösungen für den Heimgebrauch auf absehbare Zeit keine Rolle spielen werden. Neue „Ultra96“-Kabel werden benötigt, der physische Stecker bleibt aber kompatibel zu älteren Versionen.

Für aktuelle Käufer ist HDMI 2.2 ein Nicht-Thema. PlayStation 5 und Xbox Series X nutzen HDMI 2.1 und werden das noch Jahre tun. Erste Fernseher mit HDMI 2.2 kommen frühestens Ende 2026 auf den Markt und richten sich zunächst an professionelle Anwendungen und Gaming-PCs mit High-End-Grafikkarten. Für die meisten Käufer reicht HDMI 2.1 noch mindestens drei bis fünf Jahre.

Fazit der Serie

Einen Fernseher zu kaufen ist 2026 einfacher und komplizierter zugleich. Einfacher, weil die Qualität auf breiter Front gestiegen und die Preise gefallen sind. Selbst Budget-Fernseher für 300 Euro liefern ein brauchbares 4K-Bild. Komplizierter, weil die Vielfalt an Technologien, Bezeichnungen und Marketingbegriffen selbst informierte Käufer verwirrt.

Eine zentrale Erkenntnis zieht sich durch alle fünf Teile dieser Serie: Zwischen 500 und 1.000 Euro liegt der größte Qualitätssprung. In diesem Segment wechselt man von einfachem LCD zu Mini-LED oder OLED, und der Unterschied fällt sofort ins Auge. Oberhalb von 2.000 Euro werden die Verbesserungen marginal, weil die Bildqualität eines guten OLED ab 1.000 Euro bereits auf extrem hohem Niveau liegt. Wer das beste Preis-Leistungs-Verhältnis sucht, kauft einen OLED-Fernseher zwischen 730 und 1.000 Euro in 55 Zoll.

Konkret heißt das für verschiedene Budgets: Unter 500 Euro liefert ein TCL oder Hisense mit VA-Panel und ordentlichem Kontrast den besten Gegenwert. Zwischen 500 und 800 Euro stehen die ersten OLED-Einstiegsmodelle wie der LG B5 ab rund 730 Euro zur Wahl. Ab 900 Euro lohnt der Blick auf den LG C5, der in Testberichten regelmäßig als bester OLED unter 1.000 Euro abschneidet. Und ab 1.200 Euro bekommt man mit dem Samsung S90F oder LG G5 nahezu Referenzqualität, die für die allermeisten Wohnzimmer mehr als ausreicht. Jenseits dieser Schwelle zahlt man vor allem für Prestige und marginale Detailverbesserungen.

Drei Regeln für den Fernseherkauf, die selten in die Irre führen: Erstens, immer eine Nummer größer kaufen als man denkt zu brauchen, denn an einen großen Bildschirm gewöhnt man sich schnell, an einen zu kleinen nie. Zweitens, OLED bevorzugen, sobald das Budget es zulässt. Und drittens, eine Soundbar einplanen, denn kein Flachbildfernseher der Welt klingt gut genug für Filme oder Musik.

RGB Mini-LED positioniert sich 2026 als ernst zu nehmende Alternative, vor allem bei Helligkeit und Preis. QD-EL könnte langfristig OLED ablösen, ist aber noch Jahre von der Marktreife entfernt. Ein guter OLED hält locker sieben Jahre. Am Ende ist die beste Kaufentscheidung die, die man trifft, statt ewig auf die nächste Generation zu warten.

Quellen

  1. NETZWELT: Die besten Fernseher der CES 2026 – Samsung, LG, Hisense, TCL, Amazon (netzwelt.de)
  2. 4K Filme: Quantum Dots erreichen auf der CES 2026 das nächste Level – QD-EL-Prototypen (4kfilme.de)
  3. connect: LG Signature OLED T nach Deutschland – Preis, Release, Verfügbarkeit (connect.de)
  4. Bloomberg/Engadget: Sony to Cede Control of Bravia TVs to China's TCL Electronics, Januar 2026
  5. 4K Filme: HDMI 2.2-Standard ist endlich final: Und so sehen die neuen Kabel aus (4kfilme.de)