Mein Nachbar kaufte letztes Jahr einen 85-Zoll-Fernseher für 1.800 Euro. Hisense, Mini-LED, beeindruckendes Bild. Dann stellte er fest, dass sein Wohnzimmer nur 2,4 Meter Sitzabstand bietet. Bei 85 Zoll muss man den Kopf bewegen, um von einer Bildecke zur anderen zu schauen. Der Fernseher ging zurück. Ersatz: ein 65-Zoll-OLED für 1.200 Euro. Deutlich kleinerer Bildschirm, aber besseres Bild und passender Abstand. Er ist zufriedener.
In den bisherigen Teilen ging es um Marktüberblick, Display-Technologien und Ausstattungsmerkmale. Jetzt wird es konkret. Dieser Teil bringt alles zusammen und gibt Empfehlungen: geordnet nach Budget, nach Einsatzzweck und nach Raumgröße. Alle genannten Preise beziehen sich auf den Stand Februar 2026.
Welche Größe passt zum Raum?
Vor jeder Kaufentscheidung steht eine Messung: Sitzabstand. Als Faustregel gilt die Bildschirmdiagonale multipliziert mit 1,5 als empfohlener Mindestabstand, was bei 55 Zoll (140 Zentimeter Diagonale) einen Abstand von 2,1 Metern ergibt. Bei 65 Zoll sind es 2,5 Meter, bei 75 Zoll 2,8 Meter und bei 85 Zoll schon 3,2 Meter. Sitzt man näher, wird das Bild körnig. Sitzt man weiter weg, verschenkt man Auflösung und Geld.
Viele Käufer überschätzen ihren Platz. Mein Rat: Vor dem Kauf ein Maßband nehmen und den Abstand von der Couch zur geplanten TV-Position messen, denn ein Fernseher, der zu groß oder zu klein ist, macht auf Dauer keinen Spaß. Unter zwei Metern reichen 43 bis 50 Zoll. Zwischen zwei und drei Metern sind 55 bis 65 Zoll optimal. Über drei Meter Abstand rechtfertigen 75 Zoll oder mehr. Samsung und LG bieten auf ihren Websites Größenrechner an, die den optimalen Abstand noch feiner aufschlüsseln, aber das Maßband bleibt der wichtigere Schritt.
Empfehlungen nach Budget
Was bekommt man unter 500 Euro?
Unter 500 Euro gibt es LCD-Fernseher mit LED-Hintergrundbeleuchtung oder QLED-Beschichtung. OLED und Mini-LED beginnen erst darüber. Kein Nachteil: Aktuelle Einstiegsgeräte liefern ein ordentliches Bild für normales Fernsehen, Streaming und gelegentliches Gaming.
55 Zoll unter 500 Euro
Hisenses 55E7Q kostet rund 350 Euro und ist damit der günstigste empfehlenswerte 55-Zoll-Fernseher. QLED-Beschichtung für bessere Farben, 4K-Auflösung, VIDAA-Betriebssystem mit allen großen Streaming-Apps. Schwächen zeigen sich bei Kontrast in dunklen Szenen, bei Blickwinkeln und beim fehlenden HDMI 2.1. Für das Schlafzimmer oder als Zweitfernseher eine solide Wahl.
Samsungs GU55U7099F liegt bei rund 350 Euro und bietet ein etwas besseres Gesamtpaket: Tizen-Betriebssystem mit Gaming Hub, USB-Recording für TV-Aufnahmen und sieben Jahre garantierte Updates. In dieser Preisklasse steckt der Unterschied weniger im Bild als im Betriebssystem.
In der Preisklasse unter 500 Euro machen Details wie Dimming-Zonen, Panel-Typ oder Farbabdeckung weniger Unterschied als das Betriebssystem und die App-Unterstützung. Ein gutes Smart-TV-System mit schneller Navigation und allen wichtigen Streaming-Apps verbessert den Alltag mehr als ein marginal besseres Panel. Deshalb lohnt sich der Blick auf Tizen (Samsung) oder Google TV (TCL) statt auf Labordaten. Alle genannten Einstiegsmodelle sind über Geizhals und Amazon verfügbar, teilweise auch über MediaMarkt und Saturn mit stationärer Abholung.
65 Zoll unter 500 Euro
Für unter 500 Euro in 65 Zoll gibt es den TCL 65P7K für rund 470 Euro mit Google TV und brauchbarer Bildqualität. Am Bild gibt es wenig zu meckern, aber der Kontrast fällt bei Filmen im abgedunkelten Raum ab. Für helle Wohnzimmer mit Tageslicht reicht es. Mein Tipp: Lieber das Budget auf 600 bis 700 Euro strecken und in die Mittelklasse wechseln. Dort ist der Qualitätssprung enorm.
500 bis 1.000 Euro: Die Goldzone
Hier spielt die Musik. In diesem Preissegment konkurrieren Mini-LED und OLED direkt miteinander, und nirgendwo im TV-Markt fällt der Qualitätssprung so groß aus wie beim Schritt von der Einstiegs- in die Mittelklasse. Ein Gerät aus diesem Segment fühlt sich auch in fünf Jahren nicht veraltet an.
Mini-LED-Empfehlungen
Preis-Leistungs-Sieger 2025/2026 ist TCLs 55C7K für rund 600 Euro. QD-Mini-LED mit hunderten Dimming-Zonen, Google TV, HDMI 2.1, 144 Hertz. HIFI.DE vergab die Note 9 von 10 und kürte ihn zum Preis-Leistungs-Tipp des Jahres [1]. In 65 Zoll kostet er rund 800 Euro. Für helle Räume mit Bedarf an maximaler Helligkeit und ohne OLED-Wunsch ist er das optimale Gerät.
Alternativ bietet Hisense den 55U7Q Pro für rund 600 Euro mit ähnlicher QD-Mini-LED-Technik, aber VIDAA als Betriebssystem statt Google TV. Hisense unterstützt alle vier HDR-Formate inklusive Dolby Vision, was TCL ebenfalls bietet, Samsung aber nicht.
OLED-Empfehlungen
Günstigster aktueller OLED in 55 Zoll ist LGs OLED55B5 für rund 730 Euro [4]. Perfektes Schwarz, exzellente Blickwinkel, webOS mit fünf Jahren Updates, vier HDMI-2.1-Ports. Gegenüber dem teureren C5 gibt es Kompromisse: etwas geringere Helligkeit (der B5 nutzt ein älteres Panel ohne META-Technologie) und ein langsamerer Prozessor. Im dunklen Wohnzimmer ist der Unterschied zum C5 gering.
Als QD-OLED-Alternative kostet Samsungs GQ55S90F rund 1.099 Euro. Höhere Farbsättigung als der LG B5, höhere Helligkeit, exzellenter Klang. Nachteil: kein Dolby Vision. Netflix-Fans, die Dolby Vision schätzen, sind mit LG besser beraten. Fans der Samsung-Gerätewelt greifen bei HDR10+-Präferenz zum S90F.
Allrounder-König bleibt LGs OLED55C5 für rund 999 Euro. Helleres Panel als der B5 dank META-Technologie, Alpha-9-Gen-8-Prozessor, 144 Hertz, Dolby Vision Gaming. Seit Jahren gilt die C-Serie von LG als der meistverkaufte OLED-Fernseher, und das aus gutem Grund. Für die meisten Käufer mit einem Budget um 1.000 Euro gibt es keine bessere Wahl.
Zwischen B5, S90F und C5 fällt die Entscheidung schwer. Kurz zusammengefasst: Bestes Preis-Leistungs-Verhältnis bietet der B5, bestes Bild pro Euro der S90F und die rundeste Gesamtleistung der C5. Ich rate den meisten Käufern zum C5, weil er in keiner Disziplin schwächelt und Dolby Vision Gaming für Konsolenspieler mitbringt.
Lohnt sich der Sprung über 1.000 Euro?
In dieser Klasse kaufen Heimkino-Enthusiasten, ambitionierte Gamer und Käufer, die 65 Zoll in Premium-Qualität wollen. Bildqualität ist auf diesem Niveau hervorragend und in vielen Szenarien kaum von professionellen Referenzmonitoren zu unterscheiden.
Aktueller Testsieger bei RTINGS und Stiftung Warentest ist Samsungs GQ55S95F ab 1.483 Euro [2]. QD-OLED der dritten Generation, rund 35 Prozent heller als der Vorgänger, die matte „Glare Free“-Beschichtung reduziert Reflexionen. In 65 Zoll liegt er bei rund 1.900 Euro. Ein erstklassiger Fernseher, wenn man auf Dolby Vision verzichten kann.
Ab 1.249 Euro setzt LGs OLED55G5 auf das hellste WOLED-Panel mit 2.300 Nits und META-2.0-Technologie. Nur rund 25 Millimeter tief, dazu vier HDMI-2.1-Ports, Dolby Vision Gaming und G-Sync-Kompatibilität. In 65 Zoll kostet er 1.699 bis 1.899 Euro.
Für 65 Zoll in dieser Klasse gibt es zwei klare Optionen: Samsung S90F (ab 1.500 Euro) als ausgezeichnetes Gesamtpaket mit QD-OLED, oder LG G5 (ab 1.699 Euro) als hellster OLED mit der besten Gaming-Ausstattung. Beide sind hervorragende Fernseher. Entscheidend sind am Ende HDR-Präferenz (HDR10+ oder Dolby Vision) und Preisbereitschaft.
Über 2.000 Euro: Größe und Exklusivität
Oberhalb von 2.000 Euro geht es fast ausschließlich um größere Bildschirme. Mehr Fläche, mehr Wow. Bildqualität verbessert sich gegenüber der 1.000- bis 2.000-Euro-Klasse nur marginal, aber die Bildfläche wächst erheblich.
Samsungs GQ77S90F (ab 1.800 Euro [7]) bietet 77 Zoll QD-OLED zu einem für diese Größe überraschend günstigen Preis. LGs OLED77G5 liegt bei rund 2.900 Euro mit dem besten 77-Zoll-OLED-Panel auf dem Markt. Für Räume mit über drei Metern Sitzabstand sind 77 Zoll ein beeindruckendes Erlebnis. Bei 77 Zoll wird die Lieferung zur logistischen Herausforderung, denn ein Karton dieser Größe passt selten in einen normalen PKW, und viele Online-Händler bieten Aufbauservice gegen Aufpreis an.
83 Zoll und größer sind Nischenprodukte. In 83 Zoll kostet LGs G5 ab 3.750 Euro, in 97 Zoll 19.999 Euro. Hier zählt nicht mehr das Preis-Leistungs-Verhältnis, sondern der Wunsch nach dem maximalen Bildschirmerlebnis.
Ab einem gewissen Preis kauft man nicht mehr Bildqualität, sondern Bildfläche und Prestige. Zwischen einem LG C5 für 999 Euro und einem G5 für 1.249 Euro liegen im direkten Vergleich Nuancen, die im Alltag kaum auffallen, weil die meisten Inhalte (Streaming, Fernsehen, Gaming) den vollen Dynamikumfang beider Geräte nicht ausreizen. Erst in einem optimierten Heimkino mit kontrolliertem Licht und kalibrierten Einstellungen zeigt sich der Unterschied zwischen gut und exzellent.
Wann ist der beste Zeitpunkt zum Kauf?
TV-Preise schwanken im Jahresverlauf erheblich. Neue Modelle kommen meist zwischen März und Juni auf den Markt. Genau dann fallen die Vorgängermodelle im Preis, und ein Samsung S90F, der im Frühjahr 2025 noch 1.499 Euro kostete, liegt ein Jahr später bei 1.099 Euro. Geduldige Käufer sparen so bis zu 30 Prozent.
Black Friday Ende November und der Amazon Prime Day im Juli bringen die stärksten Rabatte, wobei die Ersparnis bei Markenfernsehern typischerweise zwischen 15 und 25 Prozent gegenüber dem regulären Preis liegt. Außerhalb dieser Aktionszeiträume lohnt sich ein Blick auf Geizhals, wo sich die Preisentwicklung über Monate nachverfolgen lässt. Nie unter Zeitdruck kaufen.
Online oder im Fachhandel kaufen?
Preislich gewinnt fast immer der Online-Kauf. Geizhals und idealo zeigen innerhalb von Sekunden den günstigsten Händler, und die Differenz zum Fachhandel beträgt bei Fernsehern oft 50 bis 200 Euro. Dazu kommt das 14-tägige Widerrufsrecht bei Online-Bestellungen, das im stationären Handel nicht existiert.
Trotzdem hat der Fachhandel einen Vorteil: Man sieht das Bild live. Showroom-Einstellungen sind zwar optimiert und entsprechen nicht dem Alltag zu Hause, aber die Größe eines Fernsehers wirkt am Regal anders als auf dem Bildschirm eines Laptops, und wer zwischen 55 und 65 Zoll schwankt, sollte beide Größen im Geschäft nebeneinander betrachten. Mein Ansatz: Im Fachhandel anschauen, online bestellen. Funktioniert seit Jahren.
Wichtig beim Online-Kauf: den Fernseher bei der Lieferung sofort auf Transportschäden prüfen und beschädigte Ware direkt beim Spediteur reklamieren, denn nachträgliche Schadensmeldungen führen bei Fernsehern oft zu langwierigem Hin und Her mit dem Händler.
Empfehlungen nach Einsatzzweck
Welcher Fernseher für Filmfans?
Für Film und Serien zählt Kontrast mehr als Helligkeit. Dunkle Räume, tiefes Schwarz, natürliche Farben. OLED ist hier die klare Empfehlung. Der LG C5 in 55 oder 65 Zoll bietet Dolby Vision für Netflix und Disney+, exzellenten Kontrast und gute Bewegungsdarstellung für Filme.
Wer den Filmmaker-Modus nutzt (bei Samsung, LG und Panasonic verfügbar), bekommt das Bild so, wie der Regisseur es beabsichtigt hat: korrekte Farben, kein unnötiges Upscaling, keine übertriebene Schärfe. Bei Premium-TVs liefern laut heise alle aktuellen Modelle im Filmmaker-Modus ein sehr gutes Bild [3]. Zwischen den Herstellern schrumpfen die Unterschiede dann auf erstaunlich kleine Nuancen.
Beim Streaming profitieren Filmfans besonders von Dolby Vision, weil Netflix, Disney+ und Apple TV+ ihre hochwertigsten Inhalte in diesem Format anbieten. Samsung-Fernseher unterstützen grundsätzlich kein Dolby Vision, liefern aber mit HDR10+ ein eigenes dynamisches HDR-Format, das etwa bei Amazon Prime Video verfügbar ist. Im Zweifel auf Dolby Vision setzen, denn das Format hat sich als Standard durchgesetzt.
Gaming: Reaktionszeit und Features
Für Gaming zählen Input Lag, Bildwiederholrate und VRR. Seit Jahren gilt LGs C5 als Standard-Empfehlung für Gamer: vier HDMI-2.1-Ports, unter zehn Millisekunden Input Lag, 144 Hertz, G-Sync, FreeSync und Dolby Vision Gaming. In 55 Zoll für 999 Euro ist er der Gaming-TV mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis [5].
Samsung-Fans greifen zum S95F oder S90F, die mit 165 Hertz und FreeSync Premium Pro ebenfalls hervorragend für Gaming geeignet sind. Samsungs Gaming Hub mit Cloud-Gaming (Xbox Game Pass, GeForce Now) ist ein relevanter Bonus für Spieler ohne eigene Konsole.
Budget-Gamer schauen sich den TCL C7K an: 144 Hertz, HDMI 2.1, VRR und brauchbarer Input Lag ab 600 Euro. Kein OLED-Kontrast, aber ein starkes Gesamtpaket.
Cloud Gaming hat sich als dritte Option neben Konsole und PC etabliert. Über Samsungs Gaming Hub oder entsprechende Apps bei LG lassen sich Spiele direkt aus dem Internet streamen, ohne zusätzliche Hardware. Voraussetzung ist eine stabile Leitung mit mindestens 25 Mbit/s. Für Gelegenheitsspieler reicht das.
Welcher Fernseher für Fußball und Sport?
Sportübertragungen werden typischerweise bei Tageslicht geschaut, in hellen Wohnzimmern, oft mit mehreren Zuschauern. Hier zählen Helligkeit, Blickwinkel und saubere Bewegungsdarstellung.
Mini-LED-Fernseher haben bei Sport einen Vorteil gegenüber OLED: höhere Helligkeit und geringere Reflexionen (bei matten Panels). Samsungs QN90F bietet über 2.000 Nits und kommt mit schnellen Kameraschwenks gut zurecht. Für Sport bei Tageslicht in 65 Zoll ist Samsungs QN90F eine starke Wahl ab 1.200 Euro, und die 75-Zoll-Variante eignet sich für Gruppenabende noch besser [6].
OLED-Fernseher funktionieren ebenfalls gut für Sport, solange der Raum nicht zu hell ist. Samsungs S95F hat mit seiner matten „Glare Free“-Oberfläche Reflexionen im Griff. Für Gruppen ist OLED sogar besser, weil die Blickwinkelstabilität der von LCD-Fernsehern überlegen ist. Von der Seite betrachtet verlieren LCD-Displays an Kontrast und Farbe.
Beim Sport-Schauen mit Freunden spielt die Bildschirmgröße eine größere Rolle als in jeder anderen Disziplin, weil bei einem Fußballspiel die Spieler auf einem 55-Zoll-Fernseher deutlich kleiner erscheinen als auf 65 oder 75 Zoll. Ab 65 Zoll wird Sport zum Erlebnis. Mein Rat: Für regelmäßiges Fußballschauen in der Gruppe mindestens 65 Zoll einplanen.
Ein oft übersehener Faktor bei Sport: die Bewegungsglättung. Viele Fernseher haben Bildverbesserungen für schnelle Szenen, die bei Samsung Motion Xcelerator und bei LG OLED Motion heißen. Für Fußball und Tennis sollte diese Funktion auf mittlerer Stufe stehen, nicht auf Maximum, weil maximale Glättung den berüchtigten Soap-Opera-Effekt erzeugt und das Bild unnatürlich wirken lässt.
Welcher Fernseher kann alles?
Alle vier Disziplinen gleichzeitig abdecken, das ist die Königsdisziplin. Genau das liefert LGs OLED C5: guter Kontrast für Filme, schnelle Reaktion für Gaming, brauchbare Helligkeit für Sport, solides Betriebssystem für den Alltag. In 65 Zoll für rund 1.300 Euro ist er die Empfehlung, die am häufigsten richtig liegt.
In der Preisklasse darunter übernimmt der TCL C7K diese Rolle: nicht perfekt in einer einzelnen Disziplin, aber erstaunlich gut in allen.
Eine hilfreiche Orientierung bieten Testberichte von RTINGS, wo jedes Modell nach Kategorien (Film, Gaming, Sport, HDR) einzeln bewertet wird und sich die Stärken und Schwächen auf einen Blick vergleichen lassen. Für den deutschen Markt ergänzt HIFI.DE diese Einordnung mit praxisnahen Tests und Empfehlungen. Beide Portale sind kostenlos und herstellerunabhängig.
Welche Fehler passieren am häufigsten?
Erster Fehler: Showroom-Bilder vertrauen. Im Elektromarkt laufen speziell optimierte Demo-Clips bei maximaler Helligkeit. Zu Hause sieht Netflix bei normaler Beleuchtung anders aus. Vor dem Kauf einen Test des gewünschten Modells lesen, etwa bei RTINGS oder HIFI.DE, statt sich vom Showroom blenden zu lassen.
Zweiter Fehler: Nur auf die Zollgröße achten. Zwei 65-Zoll-Fernseher können sich im Bild drastisch unterscheiden. Ein OLED für 1.200 Euro schlägt einen LCD für 800 Euro in Kontrast, Farben und Blickwinkel so deutlich, dass die kleinere OLED-Variante in 55 Zoll oft besser aussieht als der größere LCD.
Dritter Fehler: Sound ignorieren. Fast jeder Fernseher klingt dünn. Eine Soundbar gehört ins Budget, und zwar von Anfang an. Lieber 200 Euro weniger für den Fernseher ausgeben und dafür eine brauchbare Soundbar mitnehmen.
Vierter Fehler: Billige HDMI-Kabel. Für HDMI 2.1 braucht es ein zertifiziertes Ultra-High-Speed-Kabel ab fünf Euro, und alles darunter liefert nicht die volle Bandbreite. Fünfter Fehler: Gebraucht kaufen ohne Vorsicht. Bei OLED-Fernsehern ist Gebrauchtkauf ein Risiko, weil die organischen Pixel mit der Zeit an Leuchtkraft verlieren und Einbrennen bei intensiver Vornutzung sichtbar sein kann. LCD-Modelle sind weniger anfällig, aber bei gebrauchten Geräten fehlen oft aktuelle Software-Updates und die Herstellergarantie.
Wandmontage oder TV-Möbel?
OLED-Fernseher sind für Wandmontage prädestiniert. LGs G5 wird sogar mit einer Flush-Mount-Halterung geliefert und sitzt nahezu plan an der Wand, während die meisten anderen Fernseher eine separat erhältliche Halterung für 20 bis 50 Euro benötigen. Wichtig: die VESA-Norm auf der Rückseite bestimmt, welche Halterung passt. Mini-LED-Fernseher sind deutlich schwerer als OLEDs und brauchen stabilere Halterungen. Im Zweifel: TV-Möbel nehmen und sich das Bohren sparen.
Zusammenfassung und Ausblick
Die konkrete Wahl hängt von drei Faktoren ab: Budget, Einsatzzweck und Raumverhältnisse. Klare Gewinner in jeder Kategorie:
- Budget-Champion: TCL C7K (ab 600 Euro, 55 Zoll)
- OLED-Einstieg: LG B5 (ab 730 Euro, 55 Zoll)
- Allrounder: LG C5 (ab 999 Euro, 55 Zoll)
- Testsieger Bildqualität: Samsung S95F (ab 1.483 Euro, 55 Zoll)
- Hellster OLED: LG G5 (ab 1.249 Euro, 55 Zoll)
- Größe zum Preis: Samsung S90F 77 Zoll (ab 1.800 Euro)
Für Unentschlossene helfen zwei Fragen. Erstens: Wie hell ist der Raum? In dunklen Räumen gewinnt OLED immer, in hellen Räumen kann Mini-LED die bessere Wahl sein. Zweitens: Wird regelmäßig gezockt? Falls ja, mindestens einen LG C5 oder Samsung S90F einplanen, weil beide Gaming-Features mitbringen, die bei günstigeren Modellen fehlen.
Am Ende zählt nicht der teuerste Fernseher, sondern der passende. Ein LG B5 für 730 Euro in einem dunklen Raum mit wenig Gaming-Bedarf ist die smartere Wahl als ein G5 für das Dreifache.
Im fünften und letzten Teil der Serie geht es um die Schattenseiten: Werbetricks der Hersteller, falsche HDR-Angaben, versteckte Kosten nach dem Kauf und ein Blick in die Zukunft mit MicroLED, transparenten Displays und HDMI 2.2.
Quellen
- HIFI.DE: TCL C7K Test – Preis-Leistungs-Tipp 2025/2026 (hifi.de)
- Stiftung Warentest: Fernseher im Test, Ausgabe 01/2026 – Samsung S95F Note 1,8 (test.de)
- heise online: Premium-TVs – Welcher Hersteller den passenden Fernseher bietet, November 2025
- Geizhals: Preisvergleich LG OLED55B5, Stand Februar 2026 (geizhals.de)
- RTINGS: Best TVs For Gaming 2025/2026 – LG C5 Top Pick (rtings.com)
- HIFI.DE: Samsung QN90F Test – Mini-LED-Referenz für helle Räume (hifi.de)
- Geizhals: Preisvergleich Samsung GQ77S90F, Stand Februar 2026 (geizhals.de)