Das Smartphone, wie wir es kennen, ist etwa 18 Jahre alt. Seit dem ersten iPhone 2007 hat sich viel verändert: Displays wurden größer und schärfer, Kameras ersetzten für viele die Digitalkamera, Prozessoren wurden leistungsfähiger als Desktop-Computer der Nuller-Jahre. Doch die Grundform blieb erstaunlich konstant: ein rechteckiger Touchscreen, der in die Hosentasche passt.

Nun zeichnen sich Veränderungen ab, die über inkrementelle Verbesserungen hinausgehen. Faltbare Displays ermöglichen neue Formfaktoren. Künstliche Intelligenz verändert, wie wir mit unseren Geräten interagieren. Satellitenverbindungen machen Netzabdeckung von der Mobilfunkinfrastruktur unabhängig. Dieser abschließende Teil blickt auf die Entwicklungen, die den Smartphone-Markt in den kommenden Jahren prägen werden.

Faltbare Smartphones: Vom Experiment zum Mainstream

Was 2019 mit dem Samsung Galaxy Fold als teures Experiment begann, ist 2025 eine etablierte Produktkategorie. Faltbare Smartphones gibt es in zwei grundlegenden Varianten: Book-Folds, die sich wie ein Buch zu einem Tablet aufklappen, und Flip-Folds, die sich wie ein Klapphandy zusammenfalten. Laut dem Marktforschungsunternehmen TrendForce wurden 2024 weltweit etwa 17,8 Millionen faltbare Geräte ausgeliefert, was einem Marktanteil von 1,5 Prozent entspricht. Die Tendenz zeigt steil nach oben.

Book-Folds: Das Tablet in der Tasche

Das Samsung Galaxy Z Fold7 repräsentiert den aktuellen Stand der Technik: zusammengeklappt 8,9 mm dünn (das Fold6 war noch 12,1 mm), aufgeklappt ein 8-Zoll-Display mit 2184 x 1968 Pixeln Auflösung. Der Snapdragon 8 Elite liefert Flaggschiff-Leistung mit 41 Prozent schnellerer NPU gegenüber dem Vorgänger. Die 200-MP-Hauptkamera ist dieselbe wie im Galaxy S25 Ultra und liefert Aufnahmen, die 44 Prozent heller und viermal detailreicher sind als beim Fold6. Samsung hat die Dicke in nur einem Jahr um 26 Prozent reduziert, seit dem ersten Fold sogar um 48 Prozent.

Das Gerät wiegt 215 Gramm und bietet wahlweise 256 GB, 512 GB oder 1 TB Speicher. Der Akku fasst 4.400 mAh und unterstützt 25-Watt-Schnellladen. Samsung verspricht sieben Jahre Android-Updates und Sicherheitspatches, was das Gerät bis 2032 aktuell halten soll. Der Preis startet bei 2.099 Euro UVP, im freien Handel sind die Geräte bereits ab etwa 1.700 Euro erhältlich.

Honor's Magic V5 zeigt, dass auch andere Hersteller mithalten können. Das Gerät misst nur 8,8 mm in der Dicke und wiegt 217 Gramm. Das 7,95-Zoll-Innendisplay erreicht eine Helligkeit von 5.000 Nits, die höchste aller Foldables am Markt. Der Snapdragon 8 Elite treibt auch dieses Gerät an, der 5.820-mAh-Akku (6.100 mAh in der China-Version) lädt mit 66 Watt. Honor bietet ebenfalls sieben Jahre Software-Support. Der Preis liegt mit etwa 1.700 Euro unter Samsungs Fold, bei vergleichbarer Ausstattung.

Wie entwickelt sich der Flip-Markt?

Das Flip-Format ist kompakter und günstiger als die Book-Folds. Das Motorola Razr 60 Ultra gilt als aktuell bestes Flip-Phone: Das 7-Zoll-Innendisplay bietet 165 Hz Bildwiederholrate und 4.500 Nits Helligkeit. Das 4-Zoll-Außendisplay ermöglicht vollwertige App-Nutzung ohne Aufklappen. Der 4.700-mAh-Akku hält laut Motorola über 36 Stunden und lädt mit 68 Watt in acht Minuten genug für einen ganzen Tag. Das Gerät kostet 1.399 US-Dollar und ist damit günstiger als Samsungs Fold-Modelle.

Samsung's Galaxy Z Flip7 kontert mit dem hauseigenen Exynos 2500, dem ersten Exynos-Chip in einem Foldable überhaupt. Der 3-nm-Prozessor bietet eine NPU mit 59 TOPS (Billionen Operationen pro Sekunde), 39 Prozent mehr als der Vorgänger. Das 6,9-Zoll-Innendisplay und das 4,1-Zoll-Außendisplay erreichen jeweils 120 Hz. Der 4.300-mAh-Akku und 12 GB RAM runden das Paket ab. Auch hier gibt es sieben Jahre Updates.

Die Fan Edition Galaxy Z Flip7 FE macht das Format noch zugänglicher: Mit 8 GB RAM und 128 oder 256 GB Speicher liegt der Einstiegspreis bei 849 britischen Pfund (etwa 1.000 Euro). Die Spezifikationen basieren technisch eher auf dem Flip6, aber das Gerät macht faltbare Smartphones erstmals für preisbewusste Käufer attraktiv. Samsung bezeichnet es als erstes Fan-Edition-Foldable überhaupt.

Tri-Folds: Die nächste Grenze

Huawei hat im September 2024 mit dem Mate XT Ultimate das erste Tri-Fold-Smartphone vorgestellt: dreifach faltbar, aufgeklappt ein 10,2-Zoll-Tablet mit 3K-Auflösung (3.184 x 2.232 Pixel). Das Gerät wiegt 298 Gramm und misst aufgefaltet nur 3,6 mm in der Dicke. Der Kirin 9010 treibt es an, 16 GB RAM und bis zu 1 TB Speicher stehen zur Verfügung. Der 5.600-mAh-Akku lädt mit 66 Watt. Das Scharnier namens Tiangong ermöglicht sowohl nach innen als auch nach außen gerichtete Faltungen. Der Preis: umgerechnet etwa 2.500 Euro, zunächst nur in China erhältlich.

Samsung zog im Dezember 2025 mit dem Galaxy Z TriFold nach. Das Gerät bietet ein 10-Zoll-Display im aufgefalteten Zustand und ein 6,5-Zoll-Coverdisplay. Die 200-MP-Kamera entspricht dem Fold7, der Snapdragon 8 Elite und 16 GB RAM sorgen für Leistung. Mit 309 Gramm ist es schwerer als das Huawei, aber Samsung verspricht eine nahezu unsichtbare Falte dank des Armor-FlexHinge aus Titan. Der Preis liegt bei umgerechnet etwa 2.450 Euro. In den USA soll das Gerät im ersten Quartal 2026 erscheinen.

Für 2026 wird erwartet, dass Apple mit einem faltbaren iPhone in den Markt einsteigt. Gerüchte sprechen von einem Book-Fold mit 7,8-Zoll-Innendisplay und 5,5-Zoll-Außendisplay für den Spätsommer oder Herbst 2026. Apple soll intensiv an einer faltenlosen Display-Technologie arbeiten. Analysten wie Ming-Chi Kuo und Jeff Pu erwarten eine Massenproduktion im zweiten Halbjahr 2026 mit zunächst drei bis fünf Millionen Einheiten. Apple wartet traditionell, bis eine Technologie ausgereift ist, bevor es einsteigt.

Die Prognosen sind vielversprechend: Laut TrendForce werden faltbare Smartphones bis 2028 einen Marktanteil von etwa 4,8 Prozent erreichen. IDC prognostiziert 45,7 Millionen ausgelieferte Einheiten bis 2028, was einem jährlichen Wachstum von 20,3 Prozent entspricht. Apples erwarteter Einstieg könnte diese Zahlen noch beschleunigen.

KI-Integration: Das intelligente Smartphone

Künstliche Intelligenz ist das zentrale Thema der Smartphone-Entwicklung 2025. Jeder große Hersteller hat eine KI-Strategie: Apple Intelligence, Samsung Galaxy AI, Google Gemini. Die Integration geht weit über Sprachassistenten hinaus und verändert grundlegend, wie Smartphones funktionieren. Laut Counterpoint Research wurden bis Q3 2025 über 500 Millionen KI-fähige Smartphones ausgeliefert.

On-Device AI: Lokal statt Cloud

Der wichtigste Trend ist die Verlagerung von KI-Berechnungen auf das Gerät selbst. Statt Daten zur Verarbeitung in die Cloud zu schicken, rechnen dedizierte Neural Processing Units (NPUs) im Smartphone. Das verbessert Datenschutz, Reaktionszeit und Offline-Fähigkeit. Apple nennt diese Architektur Private Cloud Compute, bei der sensible Daten das Gerät nie verlassen.

Samsungs Galaxy S25-Serie nutzt den Snapdragon 8 Elite mit 12 GB RAM für On-Device-KI. Die NPU erreicht 45 TOPS und ist damit 40 Prozent schneller als beim Vorgänger. Kameraintelligenz, Sprachassistenz und Textverarbeitung laufen lokal. Das Kühlsystem mit Vapor-Chamber-Technologie sorgt dafür, dass die Leistung auch bei längerer Nutzung nicht einbricht.

Apple Intelligence auf dem iPhone 17 Pro nutzt die Neural Engine des A19 Pro mit 16 Kernen. Der Chip wird von TSMC im N3P-Verfahren (3 nm) gefertigt und erreicht etwa 35 TOPS. Die GPU verfügt über integrierte Neural Accelerators in jedem der sechs Kerne, was die KI-Leistung gegenüber dem A18 Pro vervierfacht. 12 GB RAM ermöglichen komplexe On-Device-Modelle.

Google setzt mit dem Tensor G5 auf eine KI-optimierte Eigenentwicklung mit TSMC-Fertigung im 3-nm-N3E-Verfahren. Die TPU (Tensor Processing Unit) ist 60 Prozent leistungsfähiger als beim Vorgänger. Der Chip ist Googles erste vollständig selbst entwickelte Lösung und läuft im Pixel 10 mit 12 GB RAM (16 GB in den Pro-Modellen). Die Akkulaufzeit soll über 30 Stunden betragen.

Was leisten die KI-Features in der Praxis?

Die konkreten Anwendungen sind vielfältig und unterscheiden sich je nach Hersteller. Samsung's Circle to Search ermöglicht visuelle Suche: Einen Gegenstand im Bild einkreisen und sofort Informationen erhalten. Das Feature ist seit 2024 verfügbar und wurde auf über 25 Galaxy-Modelle ausgeweitet. Generative Bildbearbeitung entfernt störende Objekte, ergänzt Bildränder und verändert Hintergründe. Echtzeitübersetzung von Telefongesprächen bricht Sprachbarrieren und funktioniert in über 16 Sprachen.

Apple Intelligence bringt einen verbesserten Siri mit Gedächtnisfunktion, der Kontext über mehrere Gespräche behält. Die ChatGPT-Integration, die mit iOS 18.2 im Dezember 2024 gestartet ist, erweitert Siris Fähigkeiten bei komplexen Anfragen. Visuelle Intelligenz analysiert, was die Kamera sieht, und liefert relevante Informationen. Genmoji erstellt personalisierte Emojis, Image Playground generiert Bilder aus Textbeschreibungen. Alle Features laufen auf iPhone 15 Pro, iPhone 15 Pro Max und allen iPhone-16-Modellen.

Google Pixel geht am weitesten bei KI-Fotografie. Magic Eraser, 2021 mit dem Pixel 6 eingeführt, entfernt unerwünschte Objekte und ist inzwischen auch für Google-One-Abonnenten auf anderen Geräten verfügbar. Best Take kombiniert mehrere Aufnahmen zum perfekten Gruppenfoto, sodass jeder optimal aussieht. Audio Magic Eraser, eingeführt mit dem Pixel 8, filtert störende Geräusche aus Videos und trennt Stimmen, Musik, Wind und Umgebungsgeräusche in separate Spuren. Diese Features waren zunächst Pixel-exklusiv, verbreiten sich aber auf andere Android-Geräte.

Die Schattenseiten der KI-Integration

KI-Features sind ressourcenhungrig. Ältere Geräte bleiben oft ausgeschlossen, selbst wenn die Hardware theoretisch fähig wäre. Die Fragmentierung wird deutlicher: Ein Galaxy A-Smartphone bekommt weniger KI-Features als ein S-Modell. Die vollen Apple-Intelligence-Features erfordern das iPhone 15 Pro oder neuer, ältere Modelle bleiben außen vor. Samsung stuft die Features nach Geräteklasse ab, wobei die S-Serie den vollen Umfang erhält.

Datenschutzbedenken bestehen trotz On-Device-Processing. Die Transparenz darüber, welche Daten gesammelt werden und wie die Modelle trainiert werden, ist bei allen Herstellern verbesserungswürdig. KI-generierte Inhalte werfen Fragen nach Authentizität auf, wenn jedes Foto automatisch optimiert wird. Google hat reagiert und kennzeichnet KI-bearbeitete Bilder in den Metadaten. Apple betont, dass Siri-Anfragen nicht für Trainingszwecke verwendet werden.

Satelliten-Konnektivität: Netz überall

Apple hat im September 2022 mit dem iPhone 14 die Satellitenverbindung für Notfälle eingeführt. In Partnerschaft mit Globalstar ermöglicht Emergency SOS via Satellite Notrufe aus Gebieten ohne Mobilfunkempfang. Seitdem hat sich die Technologie rasant weiterentwickelt. Was als Nischenfunktion begann, entwickelt sich zum Standard. Google, Samsung und andere integrieren ähnliche Technologien. Die Vision: Netzverbindung überall auf der Welt, unabhängig von Mobilfunkmasten.

Notfall-SOS via Satellit

Die erste Generation ermöglicht Notrufe und kurze Textnachrichten an Rettungsdienste aus Gebieten ohne Mobilfunkempfang. Apple nutzt 24 Globalstar-Satelliten in niedrigen Erdumlaufbahnen, die mit etwa 16.000 km/h die Erde umkreisen. Die Verbindung erfordert freie Sicht zum Himmel und dauert je nach Bedingungen 15 Sekunden bis einige Minuten. Ein spezieller Komprimierungsalgorithmus reduziert die Nachrichtengröße um den Faktor drei. Apple hat 450 Millionen US-Dollar in die Infrastruktur investiert, darunter Bodenstationen in Alaska, Florida, Hawaii, Nevada, Puerto Rico und Texas.

Samsung hat mit dem Galaxy S25 Satelliten-Messaging eingeführt, das erste Android-Smartphone mit dieser Funktion. Der Snapdragon 8 Elite mit X80-Modem unterstützt Snapdragon Satellite nach dem 3GPP-Release-17-Standard für Non-Terrestrial Networks (NTN). Die Aktivierung hängt von regionalen Partnerschaften mit Satellitenbetreibern ab. In den USA arbeitet Samsung mit Skylo zusammen, bisher exklusiv über Verizon verfügbar. T-Mobile, AT&T und andere Carrier haben noch keine Vereinbarungen angekündigt.

Wann kommt Breitband-Internet vom Satellit?

Die nächste Stufe ist breitbandige Satellitenverbindung für normale Datennutzung. T-Mobile und SpaceX haben eine Partnerschaft für Starlink Direct-to-Cell angekündigt. Im Januar 2024 starteten die ersten Satelliten mit dieser Technologie. Eine Beta-Phase begann Ende 2024, bei der 1,8 Millionen Nutzer über eine Million Nachrichten sendeten. Im Juli 2025 startete der reguläre Dienst mit Textnachrichten, Sprache und Daten sollen später folgen.

Aktuell umfasst die Starlink-Direct-to-Cell-Konstellation über 650 Satelliten und erreicht mehr als 8 Millionen Nutzer. Während der Waldbrände in Los Angeles und der Hurrikane im Südosten der USA konnten 1,5 Millionen Menschen Millionen von SMS-Nachrichten und Notfallwarnungen empfangen, die sonst nicht angekommen wären. Die Abdeckung erstreckt sich auf die kontinentalen USA, Puerto Rico, Hawaii und Teile Alaskas. Die technischen Herausforderungen bleiben erheblich: Normale Smartphone-Antennen sind nicht für Satellitenempfang optimiert, was die Datenraten begrenzt.

Langfristig könnte Satelliten-Konnektivität die Netzabdeckung grundlegend verändern. Keine Funklöcher mehr, Internet auf hoher See und in abgelegenen Gebieten. T-Mobile bietet den Dienst im Experience-Beyond-Tarif kostenlos an, andere Tarife kosten 10 US-Dollar monatlich. Der Preis für flächendeckende Konnektivität: höherer Stromverbrauch, Abonnementgebühren und Abhängigkeit von wenigen Satellitenbetreibern wie SpaceX und Globalstar.

Nachhaltigkeit: Längere Lebenszyklen

Die Umweltbilanz von Smartphones ist problematisch. Kurze Nutzungszyklen von durchschnittlich 2,5 Jahren, schwierige Reparierbarkeit und wertvolle Rohstoffe, die im Elektroschrott landen. Jährlich werden weltweit etwa 1,4 Milliarden Smartphones verkauft, von denen viele nach wenigen Jahren ersetzt werden. Regulatorischer Druck, insbesondere aus der EU, und wachsendes Umweltbewusstsein treiben Veränderungen in der Branche.

EU-Regulierung als Treiber

Die EU-Ökodesign-Verordnung trat am 20. Juni 2025 in Kraft und verpflichtet Hersteller zu mindestens fünf Jahren Software-Updates ab dem letzten Verkaufstag. Kritische Ersatzteile wie Akkus, Kameras, Ladeanschlüsse und Displays müssen sieben Jahre lang verfügbar sein und innerhalb von fünf bis zehn Werktagen geliefert werden. Das Reparierbarkeitslabel macht Unterschiede zwischen Geräten auf einer Skala von A bis E sichtbar.

Die Batteriequalität muss 80 Prozent der ursprünglichen Kapazität nach 800 Ladezyklen halten. Smartphones müssen 45 versehentliche Stürze ohne Funktionsbeeinträchtigung überstehen. Die EU erwartet, dass diese Regeln bis 2030 jährlich 2,2 Terawattstunden Strom einsparen und Verbrauchern 20 Milliarden Euro an Kosten ersparen. Die Anforderungen gelten für alle in der EU verkauften Geräte, unabhängig vom Herstellungsort.

Diese Anforderungen verlängern die sinnvolle Nutzungsdauer von Smartphones. Ein Gerät, das sieben Jahre Updates erhält und dessen Akku einfach austauschbar ist, muss nicht nach zwei Jahren ersetzt werden. Samsung, Google und Apple haben ihre Update-Versprechen auf sieben Jahre angehoben, teils über die EU-Anforderungen hinaus. Das spart Ressourcen und Geld für Verbraucher.

Fairphone und das modulare Konzept

Fairphone zeigt, dass es anders geht. Das Fairphone 6, im Juni 2025 vorgestellt, verwendet faire Rohstoffe und ist modular aufgebaut. Zwölf Komponenten lassen sich mit einem mitgelieferten Schraubendreher austauschen: Display, Akku, Kameras, USB-C-Anschluss, Lautsprecher, Mikrofone und mehr. Der Snapdragon 7s Gen 3 treibt das Gerät an, 8 GB RAM und 256 GB Speicher (erweiterbar auf 2 TB) stehen zur Verfügung. Der 4.415-mAh-Akku lädt mit 30 Watt.

Der iFixit-Score von 10/10 belegt die herausragende Reparierbarkeit, kein anderes Smartphone erreicht diese Bewertung. Fairphone verspricht sieben Android-Upgrades und acht Jahre Software-Support bis 2033. Der Preis liegt bei 599 Euro in Europa. In den USA ist das Gerät erstmals über Murena für 899 US-Dollar erhältlich, allerdings nur mit e/OS statt Android und ausschließlich im T-Mobile-Netz nutzbar.

Das Konzept hat Grenzen. Fairphone bleibt ein Nischenprodukt mit geringen Stückzahlen von etwa 100.000 Geräten pro Jahr. Die Integration von Komponenten, die Flaggschiffe so leistungsfähig macht, widerspricht der Modularität. Die Kamera und die Prozessorleistung liegen unter Flaggschiff-Niveau. Aber die Richtung stimmt: Reparierbarkeit und lange Updates werden auch für Mainstream-Hersteller wichtiger.

Recycling und Second Life

Refurbished Smartphones, also professionell aufbereitete Gebrauchtgeräte, gewinnen an Akzeptanz. Anbieter wie Backmarket oder Rebuy bieten Garantie von bis zu 36 Monaten und mehrstufige Qualitätsprüfung. Ein zwei Jahre altes Flaggschiff für 40 bis 60 Prozent des Neupreises ist oft attraktiver als ein neues Mittelklasse-Gerät. Laut Counterpoint Research wuchs der Refurbished-Markt 2024 um 15 Prozent auf über 350 Millionen Geräte weltweit.

Apple und Samsung bieten eigene Trade-in-Programme, die alte Geräte in Zahlung nehmen. Apple gibt für ein iPhone 14 Pro Max bis zu 630 Euro, Samsung für ein Galaxy S23 Ultra bis zu 700 Euro. Die Rohstoffe werden teilweise recycelt: Seltene Erden, Kobalt, Lithium. Apple verwendet in neuen iPhones recyceltes Aluminium, Kobalt und Seltene Erden. Samsung setzt bei der Galaxy-S25-Serie auf Armor-Aluminium mit Recycling-Anteil und Akkus mit mindestens 50 Prozent recyceltem Kobalt. Der Anteil recycelter Materialien steigt, ist aber noch weit von geschlossenen Kreisläufen entfernt.

Meine Einschätzung

Der Smartphone-Markt 2025 ist reif. Die grundlegenden Probleme sind gelöst: Displays sind brillant, Kameras gut genug für die meisten Anwendungsfälle, Akkus halten einen Tag, Prozessoren sind schnell genug für alle alltäglichen Aufgaben. Die Innovationsrate verlangsamt sich, weil es weniger zu verbessern gibt. Das ist keine Krise, sondern Normalität einer ausgereiften Produktkategorie.

Die spannenden Entwicklungen liegen an den Rändern. Faltbare Smartphones sind keine Spielerei mehr, sondern eine echte Alternative für Nutzer, die mehr Displayfläche wollen. Die Preise sinken, die Qualität steigt, die Haltbarkeit der Scharniere hat sich bewährt. KI-Integration verändert, wie wir Fotos machen, Texte schreiben und Informationen suchen. Die On-Device-Verarbeitung macht diese Features schneller und privater. Längere Updates und bessere Reparierbarkeit machen Smartphones nachhaltiger und senken die Gesamtkosten über die Nutzungsdauer.

Für Käufer bedeutet das: Weniger Druck zum häufigen Upgrade, mehr Fokus auf persönliche Prioritäten. Wer ein gutes Smartphone hat, kann es länger nutzen als je zuvor. Wer ein neues braucht, findet in jeder Preisklasse überzeugende Optionen. Der Markt ist vielleicht weniger aufregend geworden, aber für Verbraucher ist das eine gute Nachricht.

Ich erwarte, dass faltbare Smartphones in den nächsten drei Jahren den Massenmarkt erreichen, angetrieben durch sinkende Preise und Apples Einstieg. KI-Features werden zum Standardkriterium, wobei die tatsächliche Implementierung wichtiger wird als die Marketingversprechen. Und die EU-Regulierung wird die Update-Politik der gesamten Branche nachhaltig verändern, auch außerhalb Europas.

Damit endet diese fünfteilige Serie. Sie hat den Smartphone-Markt von den Grundlagen bis zum Ausblick beleuchtet: Marktstrukturen, technische Komponenten, praktische Kaufentscheidungen, Fallstricke und Zukunftstrends. Wer all das berücksichtigt, trifft eine informierte Entscheidung und findet das Smartphone, das zu den eigenen Anforderungen passt.

Quellenverzeichnis

[1] Samsung Newsroom (2025): 'Galaxy Z Fold7: Raising the Bar for Smartphones' und 'Galaxy Unpacked 2025' Produktankündigungen.

[2] TrendForce (2024): 'Foldable Phone Shipments Gradually Rise, Market Penetration Expected to Reach Nearly 5% by 2028.'

[3] IDC (2024): 'Worldwide Foldable Phone Forecast, 2024-2028' mit Prognose von 45,7 Millionen Einheiten und 20,3% CAGR.

[4] Counterpoint Research (2025): 'Global Smartphone Market Report' und 'AI Smartphone Penetration Study.'

[5] Apple Newsroom (2024/2025): Ankündigungen zu Apple Intelligence, iPhone 17 Pro und A19-Pro-Chip.

[6] Google Blog (2025): 'Tensor G5: 5 Reasons Why It's a Game-Changer for Pixel.'

[7] Globalstar/Apple (2022): 'Emergency SOS via Satellite Made Possible by $450M Apple Investment.'

[8] T-Mobile Newsroom (2024/2025): Ankündigungen zu Starlink Direct-to-Cell Beta und kommerziellem Start.

[9] EU-Kommission (2025): 'Ecodesign Regulation for Smartphones and Tablets' und Pressemitteilung vom 20. Juni 2025.

[10] iFixit (2025): 'Fairphone 6 Teardown: Proof Phones Don't Have to Be Disposable' mit 10/10-Reparierbarkeits-Score.

[11] GSMArena (2025): Technische Spezifikationen zu Galaxy Z Fold7, Z Flip7, Honor Magic V5, Motorola Razr 60 Ultra, Huawei Mate XT.