Ein neues Smartphone zu kaufen ist heute komplizierter als je zuvor. Wer im Elektronikmarkt steht oder durch Online-Shops scrollt, wird von einer Flut an Modellen, Spezifikationen und Marketingversprechen überwältigt. Galaxy S25 oder iPhone 17? Xiaomi 15 oder Google Pixel 10? Flaggschiff für 1.200 Euro oder Mittelklasse für 400? Die Entscheidung fällt schwer, weil die Unterschiede auf den ersten Blick kaum erkennbar sind.
Diese fünfteilige Serie bietet Orientierung. Sie erklärt, worauf es beim Smartphone-Kauf wirklich ankommt, welche technischen Spezifikationen tatsächlich relevant sind und welche nur Marketing darstellen. Sie hilft dabei, das richtige Gerät für individuelle Bedürfnisse zu finden, ohne zu viel zu bezahlen oder wichtige Funktionen zu vermissen. Der erste Teil beginnt mit dem Überblick: Wie sieht der Smartphone-Markt 2025 aus, welche Akteure dominieren ihn, und welche grundlegenden Entscheidungen stehen am Anfang jeder Kaufüberlegung?
Der globale Smartphone-Markt 2025
Der weltweite Smartphone-Markt hat sich im Jahr 2025 stabilisiert, nachdem die Pandemie-Jahre zunächst einen Boom und dann einen Einbruch gebracht hatten. Laut Counterpoint Research [1] wurden im ersten Quartal 2025 weltweit rund 297 Millionen Smartphones verkauft, ein leichtes Plus von etwa einem Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Zeiten zweistelliger Wachstumsraten sind vorbei. Der Markt ist gesättigt, die Innovationszyklen haben sich verlangsamt, und Verbraucher behalten ihre Geräte länger als früher. IDC prognostiziert [2] für das Gesamtjahr 2025 ein Wachstum von 1,5 Prozent, getrieben vor allem durch Schwellenländer in Asien und Afrika.
Die großen Drei: Samsung, Apple, Xiaomi
An der Spitze des Marktes hat sich wenig verändert. Samsung führt mit einem Marktanteil von etwa 19 bis 20 Prozent, dicht gefolgt von Apple mit 18 bis 19 Prozent. Xiaomi hält sich stabil auf dem dritten Platz mit rund 14 Prozent. Diese drei Hersteller kontrollieren zusammen mehr als die Hälfte des globalen Marktes.
Samsung verdankt seine Position einer durchdachten Produktstrategie. Der koreanische Konzern bedient alle Preissegmente: vom Einsteiger-Modell Galaxy A15 für rund 230 Euro über die beliebte A-Serie (Galaxy A36, A56) in der Mittelklasse bis zum Flaggschiff Galaxy S25 Ultra für über 1.400 Euro. Besonders die faltbaren Smartphones der Galaxy Z-Serie haben Samsungs Position gestärkt. Im dritten Quartal 2025 lieferte Samsung 61,4 Millionen Geräte aus [1].
Die Erfolgsstrategie lässt sich am Beispiel der Galaxy-A-Serie verdeutlichen. Diese Geräte verkaufen sich weltweit am häufigsten und machen den Großteil von Samsungs Volumen aus. Mit regelmäßigen jährlichen Updates, verlängerter Software-Unterstützung von inzwischen sechs Jahren auch in der Mittelklasse, und einer Mischung aus Premium-Features (AMOLED-Display, wasserdichtes Gehäuse) zu moderaten Preisen hat Samsung eine Formel gefunden, die bei Verbrauchern und Mobilfunkanbietern gleichermaßen ankommt.
Apple konzentriert sich auf das Premium-Segment und erzielt dort die höchsten Margen der Branche. Die iPhone-17-Serie, insbesondere das Pro und Pro Max, dominiert den High-End-Markt in westlichen Ländern. Das iPhone 17 bietet erstmals 120 Hz auch im Basis-Modell und das neue iPhone Air erschließt neue Käuferschichten. Im dritten Quartal 2025 verkaufte Apple 58 Millionen iPhones.
Xiaomi hat sich als führender Anbieter im Preis-Leistungs-Segment etabliert. In China erreichte das Unternehmen im ersten Quartal 2025 einen Rekordmarktanteil von 18,6 Prozent mit einem Jahreswachstum von 40 Prozent. Xiaomis Strategie, Flaggschiff-Spezifikationen zu Mittelklasse-Preisen anzubieten, funktioniert besonders in preissensiblen Märkten.
Die Herausforderer: Oppo, Vivo, Honor
Hinter den großen Drei folgt eine Gruppe chinesischer Hersteller, die zunehmend auch in Europa Fuß fasst. Oppo und Vivo halten jeweils etwa 8 bis 9 Prozent Marktanteil und belegen die Plätze vier und fünf. Honor liegt mit rund 1,5 Prozent global noch dahinter, gewinnt aber in Europa an Boden. Diese Marken bieten technisch hochwertige Geräte zu wettbewerbsfähigen Preisen, leiden aber außerhalb Asiens noch an mangelnder Markenbekanntheit.
Honor verdient besondere Erwähnung. Nach der Abspaltung von Huawei 2020 hat sich die Marke als eigenständiger Anbieter etabliert. Das Honor Magic 7 Pro konkurriert technisch mit Samsung und Apple, kostet aber deutlich weniger. Die Update-Garantie von sieben Jahren für Betriebssystem- und Sicherheitsupdates übertrifft selbst Apple.
Huawei selbst spielt in Europa kaum noch eine Rolle. Die US-Sanktionen haben das Unternehmen vom Google-Ökosystem abgeschnitten. Zwar entwickelt Huawei technisch beeindruckende Geräte wie das Pura 80 Ultra mit der laut DxOMark [4] besten Smartphone-Kamera überhaupt, doch ohne Google-Dienste fehlt für westliche Käufer ein wesentliches Element.
Regionale Unterschiede: USA, China, Schwellenländer
Die globalen Marktanteile verschleiern erhebliche regionale Unterschiede. In den USA dominiert Apple mit einem Marktanteil von über 55 Prozent. Carrier-Subventionen, das stark ausgeprägte Ökosystem-Denken und die Rolle von iMessage als De-facto-Standard unter amerikanischen Jugendlichen haben Android in eine Außenseiterrolle gedrängt. Samsung hält dort etwa 25 Prozent, während chinesische Marken praktisch nicht präsent sind.
In China zeigt sich ein völlig anderes Bild. Apple erreicht dort etwa 16 Prozent, während heimische Marken den Markt beherrschen. Vivo führt mit rund 18 Prozent, gefolgt von Huawei, das trotz Sanktionen im Heimatmarkt mit selbstentwickelten Chips ein beachtliches Comeback geschafft hat. Xiaomi, Oppo und Honor teilen sich den Rest. Die Integration mit lokalen Apps wie WeChat, Alipay und Baidu ist für chinesische Nutzer wichtiger als Google-Dienste.
In Schwellenländern wie Indien, Indonesien und großen Teilen Afrikas dominieren preisgünstige Geräte. In Indien ist Xiaomi mit der Redmi-Serie Marktführer, gefolgt von Samsung und lokalen Marken wie Realme. In Afrika spielen Feature-Phones immer noch eine Rolle, und Hersteller wie Transsion (mit den Marken Tecno und Infinix) haben sich auf die Bedürfnisse dieser Märkte spezialisiert: lange Akkulaufzeit, Dual-SIM und optimierte Kameras für dunklere Hauttöne. Wer den Smartphone-Markt verstehen will, muss diese regionalen Dynamiken kennen.
Android oder iOS: Die Grundsatzentscheidung
Bevor es um konkrete Modelle geht, steht die grundlegende Wahl des Betriebssystems. Diese Entscheidung hat weitreichende Konsequenzen, denn ein Wechsel zwischen den Ökosystemen bedeutet Aufwand und manchmal auch Datenverlust.
Android: Vielfalt und Freiheit
Android, entwickelt von Google und heute auf etwa 70 Prozent aller Smartphones weltweit installiert, steht für Wahlfreiheit. Hunderte Hersteller bieten Android-Geräte an, von 100-Euro-Einsteigermodellen bis zu 2.000-Euro-Foldables. Diese Vielfalt hat Vor- und Nachteile.
Der wichtigste Vorteil: Jeder findet ein Gerät, das zu Budget und Anforderungen passt. Android erlaubt mehr Anpassung als iOS. Apps können aus beliebigen Quellen installiert werden, nicht nur aus dem Play Store. Die Oberfläche lässt sich durch alternative Launcher und Widgets stark individualisieren. Dateien sind direkt zugänglich, ohne die Einschränkungen, die Apple seinen Nutzern auferlegt.
Der Nachteil: Die Qualität variiert stark. Nicht jeder Hersteller liefert Updates zuverlässig oder lange genug. Die sogenannte Fragmentierung, also die Tatsache, dass verschiedene Geräte verschiedene Android-Versionen nutzen, erschwert Entwicklern die Arbeit und führt manchmal zu Kompatibilitätsproblemen.
iOS: Konsistenz und Integration
Apples iOS läuft ausschließlich auf iPhones. Diese Exklusivität ermöglicht eine enge Verzahnung von Hard- und Software, die Android in dieser Form nicht bieten kann. Apps werden strenger geprüft, Updates erreichen alle unterstützten Geräte gleichzeitig, und die Bedienung bleibt über Jahre konsistent.
Wer bereits andere Apple-Geräte nutzt, profitiert von der nahtlosen Integration. AirDrop zum schnellen Dateiaustausch, Handoff zum Weitermachen auf anderen Geräten, iMessage für verschlüsselte Kommunikation mit anderen iPhone-Nutzern: Das Apple-Ökosystem belohnt Treue mit Komfort.
Die Kehrseite: weniger Auswahl und höhere Preise. Das günstigste neue iPhone kostet mehr als viele vollwertige Android-Smartphones der Mittelklasse. Anpassungen sind eingeschränkt, und wer das Ökosystem verlassen will, muss mit Reibungsverlusten rechnen. Apple verdient zusätzlich an jedem App-Kauf mit, was zu höheren Preisen im App Store führt.
Die Update-Frage
Ein entscheidender Unterschied betrifft die Software-Pflege. Apple unterstützt iPhones typischerweise fünf bis sieben Jahre mit iOS-Updates. Das iPhone XR von 2018 erhielt noch iOS 17 im Jahr 2023. Das iPhone 6s bekam sogar noch im September 2025 einen Sicherheitsfix, zehn Jahre nach dem Launch.
Bei Android hängt die Update-Dauer vom Hersteller ab. Google garantiert für seine Pixel-8-Serie sieben Jahre Updates, Samsung für die Galaxy-S24-Serie ebenfalls. Viele andere Hersteller bieten jedoch nur zwei bis drei Jahre, was ein Smartphone schnell veralten lässt.
Die EU-Ökodesign-Verordnung verändert ab Juni 2025 die Spielregeln: In der EU verkaufte Smartphones müssen dann mindestens fünf Jahre Software-Updates erhalten, gerechnet ab dem letzten Verkaufstag des Modells [5]. Zusätzlich müssen Ersatzteile sieben Jahre lang verfügbar bleiben. Diese Regelung gilt für alle neu auf den Markt kommenden Modelle und wird die Update-Politik der Hersteller grundlegend verändern.
Preisklassen verstehen
Der Smartphone-Markt gliedert sich in vier Preissegmente, die sich in Ausstattung und Zielgruppe deutlich unterscheiden. Die Grenzen sind fließend, aber die grundlegende Orientierung hilft bei der Kaufentscheidung.
Budget-Segment: Unter 300 Euro
In dieser Klasse dominieren chinesische Hersteller wie Xiaomi, Redmi und Poco. Für 150 bis 300 Euro erhält man Geräte mit großen Displays, ordentlichen Kameras und Akkus, die den Tag überstehen. Die Prozessoren sind ausreichend für Alltags-aufgaben wie Messaging, Social Media und gelegentliches Gaming.
Empfehlenswerte Modelle wie das Xiaomi Redmi Note 14 5G bieten bereits 5G-Konnektivität, AMOLED-Displays und schnelles Laden. Die Kompromisse liegen bei der Kameraqualität (besonders bei schlechtem Licht), der Verarbeitungsqualität und manchmal bei der Update-Politik.
Mittelklasse: 300 bis 500 Euro
Die goldene Mitte des Marktes. Hier bekommt man bereits hochwertige OLED-Displays mit 120 Hertz Bildwiederholrate, leistungsstarke Mittelklasse-Prozessoren und Kamerasysteme mit mehreren Objektiven. Geräte wie das Samsung Galaxy A56 oder das Motorola Edge 50 Pro bieten ein ausgewogenes Gesamtpaket.
Für die meisten Nutzer ist diese Preisklasse die beste Wahl. Die Unterschiede zu Flaggschiffen sind im Alltag oft kaum spürbar. Wo Kompromisse gemacht werden, betrifft das meist die Kamera-Performance in schwierigen Lichtsituationen, die Materialwahl (Kunststoff statt Glas) und gelegentlich die Wasserdichtigkeit.
Obere Mittelklasse: 500 bis 700 Euro
In diesem Segment verschwimmen die Grenzen zum Flaggschiff. Das Samsung Galaxy S25 FE und das Xiaomi 15T bieten Flaggschiff-Performance mit kleineren Abstrichen. Oft handelt es sich um abgespeckte Versionen der Top-Modelle: etwas kleineres Display, eine Linse weniger, vorjähriger Prozessor.
Für preisbewusste Käufer, die dennoch Top-Leistung wollen, ist diese Klasse interessant. Die Preisersparnis gegenüber echten Flaggschiffen beträgt oft 300 bis 500 Euro, während die praktischen Einschränkungen minimal sind.
Flaggschiff: Ab 700 Euro
Die Spitzenklasse beginnt bei etwa 700 Euro und reicht bis über 2.000 Euro für faltbare Geräte. Hier finden sich die besten Kameras, die schnellsten Prozessoren, die brillantesten Displays. Samsung Galaxy S25 Ultra, iPhone 17 Pro Max, Google Pixel 10 Pro XL: Diese Geräte setzen die Maßstäbe.
Ob sich der Aufpreis lohnt, hängt von den Anforderungen ab. Wer die Kamera professionell nutzt, anspruchsvolle Spiele spielt oder einfach das Neueste und Beste will, findet hier sein Gerät. Für normale Nutzer ist der Mehrwert gegenüber der oberen Mittelklasse oft gering.
Ein Preis-Leistungs-Tipp: Das beste Verhältnis bietet typischerweise die Mittelklasse zwischen 300 und 500 Euro. Wer sparen will, ohne auf Wesentliches zu verzichten, sollte hier suchen. Flaggschiff-Käufer können bis zu 30 Prozent sparen, wenn sie das Vorgängermodell wählen.
Was ein Smartphone 2025 können muss
Unabhängig von der Preisklasse gibt es Mindestanforderungen, die ein modernes Smartphone erfüllen sollte. Wer diese Kriterien kennt, vermeidet Fehlkäufe und findet das passende Gerät schneller.
Display: Mindestens 60 Hz, besser 90 oder 120
Die Bildwiederholrate bestimmt, wie flüssig Animationen und Scrollen wirken. 60 Hz waren jahrelang Standard und sind immer noch akzeptabel. Wer einmal ein 120-Hz-Display genutzt hat, möchte aber meist nicht mehr zurück. Die meisten Mittelklasse-Geräte bieten mittlerweile 90 oder 120 Hz.
Beim Display-Typ ist OLED (auch AMOLED genannt) LCD vorzuziehen. OLED bietet tieferes Schwarz, kräftigere Farben und spart Energie bei dunklen Inhalten. In der Mittelklasse und darüber ist OLED Standard geworden.
LTPO-Displays (Low-Temperature Polycrystalline Oxide) sind die aktuelle Premium-Technologie. Sie kombinieren zwei Transistor-Typen, um die Bildwiederholrate dynamisch von 1 Hz bis 120 Hz anzupassen. Beim Lesen eines statischen Textes senkt das Display die Rate automatisch auf 1 Hz und spart so erheblich Strom. Beim Scrollen oder Spielen schaltet es blitzschnell auf 120 Hz um. Diese Technologie findet sich inzwischen nicht nur in Flaggschiffen wie dem iPhone 17 Pro oder Galaxy S25 Ultra, sondern auch in der oberen Mittelklasse.
Prozessor: Genug für den Alltag
Aktuelle Mittelklasse-Prozessoren wie der Snapdragon 7 Gen 3 oder MediaTek Dimensity 7200 sind für alle Alltagsaufgaben mehr als ausreichend. Nur wer grafisch anspruchsvolle Spiele auf maximalen Einstellungen spielen will, braucht einen Flaggschiff-Chip wie den Snapdragon 8 Elite oder Apple A19.
Speicher: Mindestens 128 GB, besser 256
Apps werden größer, Fotos hochauflösender, Videos längerer. 64 GB sind heute zu wenig. 128 GB sollten es mindestens sein, 256 GB bieten Komfort ohne ständiges Aufräumen. Geräte ohne Speichererweiterung durch microSD-Karte sollten eher mehr Speicher haben.
Akku: Mindestens 4.500 mAh
Ein Smartphone, das abends noch 20 Prozent hat, ist ein gutes Smartphone. Akkukapazitäten unter 4.500 mAh schaffen das bei normaler Nutzung selten. Flaggschiffe bieten heute oft 5.000 mAh und mehr.
Die Akku-Technologie hat 2025 einen Sprung gemacht. Silizium-Kohlenstoff-Akkus ersetzen den traditionellen Graphit-Anoden-Aufbau durch eine Mischung aus Silizium und Kohlenstoff. Das Ergebnis: gleiche Kapazität bei kleinerem Bauraum oder deutlich mehr Kapazität bei gleichem Bauraum. Das Honor Magic 7 RSR erreicht so 6.500 mAh, das OnePlus 13 bietet 6.000 mAh in einem vergleichsweise schlanken Gehäuse. Diese Technologie wird sich in den nächsten Jahren auch in der Mittelklasse durchsetzen.
Schnellladen ist mindestens ebenso wichtig wie Kapazität. Ein Gerät mit 80-Watt-Laden lädt in 30 Minuten von 0 auf rund 70 Prozent. Chinesische Hersteller wie Oppo und Realme bieten bereits 240-Watt-Laden, das ein leeres Smartphone in unter zehn Minuten vollständig auflädt. Das macht einen kleineren Akku weniger problematisch, weil Zwischenladen praktikabel wird.
Kamera: Megapixel sind nicht alles
Die Megapixel-Angabe allein sagt wenig über die Bildqualität. Ein 12-Megapixel-Sensor mit großen Pixeln und guter Software (wie im Pixel) schlägt oft einen 108-Megapixel-Sensor mit kleinen Pixeln. Worauf es ankommt: Sensorgröße, Blende, optische Stabilisierung und die Qualität der Bildverarbeitung.
Für Gelegenheitsfotografen reicht jedes aktuelle Mittelklasse-Smartphone. Wer mehr will, sollte auf Tests achten und die Low-Light-Performance vergleichen. Die DxOMark-Rankings [4] geben Orientierung, auch wenn sie nicht unumstritten sind.
Ausblick und persönliche Einschätzung
Soweit die Grundlagen. Wer den Smartphone-Markt verstanden hat, kann bessere Kaufentscheidungen treffen. Die gute Nachricht: Die Qualität der Geräte hat sich in allen Preisklassen so weit verbessert, dass echte Fehlkäufe selten geworden sind. Selbst ein 300-Euro-Gerät bietet heute mehr Leistung, als die meisten Nutzer jemals ausschöpfen werden.
Gartner prognostiziert für 2026 ein weiteres Marktwachstum von etwa zwei Prozent, getrieben von der zunehmenden Verbreitung von KI-Funktionen auf dem Gerät. Ich halte diese Prognose für realistisch, sehe aber die KI-Integration kritischer als viele Analysten. Ob Gemini auf dem Pixel oder Apple Intelligence auf dem iPhone: Bislang handelt es sich meist um nette Spielereien, nicht um Funktionen, die eine Kaufentscheidung maßgeblich beeinflussen sollten.
Was ich für die nächsten Jahre erwarte: Der Preisdruck in der Mittelklasse wird zunehmen. Chinesische Hersteller wie Xiaomi, Oppo und vor allem Honor werden ihre Marktposition in Europa weiter ausbauen. Samsung und Apple werden ihre Premiumstellung halten, aber weniger über Hardware-Innovation und mehr über Ökosystem-Bindung und Service. Wer heute ein Smartphone kauft, sollte daher besonders auf die Software-Unterstützung achten: Fünf Jahre Updates sollten es mindestens sein, besser sieben.
Mein persönlicher Rat an jeden, der vor einer Kaufentscheidung steht: Lass dich nicht von Spezifikationen blenden. Die Unterschiede zwischen 108 und 200 Megapixeln oder zwischen Snapdragon 8 Gen 3 und 8 Elite sind im Alltag kaum spürbar. Wichtiger sind Fragen wie: Passt das Gerät in meine Hand? Reicht der Akku durch den Tag? Wie lange bekomme ich Updates? Diese praktischen Aspekte entscheiden mehr über die Zufriedenheit als jedes Benchmark-Ergebnis.
Der nächste Teil dieser Serie erklärt, was in einem Smartphone steckt: Wie Prozessoren arbeiten, warum manche Displays besser sind als andere, was eine gute Kamera ausmacht und wie die neue Akku-Technologie funktioniert. Die technischen Grundlagen zu verstehen hilft, echte Innovation von Marketing zu unterscheiden.
Weiter mit Teil 2: Technik: Was steckt im Smartphone?
Quellenverzeichnis
[1] Counterpoint Research (2025): 'Global Smartphone Market Share Q1-Q3 2025.' Marktdaten und Analystenberichte.
[2] IDC/Canalys (2025): 'Worldwide Quarterly Mobile Phone Tracker.' Quartalsberichte zum globalen Smartphone-Markt.
[3] Statista (2025): 'Weltweite Marktanteile der Smartphone-Hersteller.' Statistiken und Marktdaten.
[4] DxOMark (2025): 'Smartphone Camera Rankings 2025.' Kamerabewertungen und Vergleichstests.
[5] EU-Kommission (2024/2025): 'Ökodesign-Verordnung für Smartphones und Tablets.' Amtsblatt der Europäischen Union.
[6] Samsung, Apple, Xiaomi (2025): Offizielle Pressemitteilungen und Produktseiten.